Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2003
Michael Salewski lobt an diesem Buch, dass es "eine neue, erfrischende Sicht auf das Kaiserreich" eröffnet, und dass sein Buch neugierig macht. Denn das Buch interessiere sich nur für die Rolle Bismarcks in den verwirrenden Kriegsplanspielen auf allen Seiten zwischen 1871 und 1914, weshalb nun die spannende Frage offen bleibe, wie es mit all dem nach dem Sturz Bismarcks 1890 weiterging. Salewski verspricht sich von Schmid schon deshalb eine interessante Fortsetzung, weil dieser, wie der Rezensent lobt, "neue Quellen aufgetan hat, die tiefe Einblicke in den inneren Zirkel der militärischen Welt erlauben". Dem Buch geht es aber wohl vor allem, wie wir erfahren, um eine neue Deutung eines bekannten Bismarckwortes - "Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt", das jedoch meist ohne den entscheidenden Zusatz "Und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt" zitiert werde. Und nach Salewski ist es ein Verdienst des Buches, dass ihm diese Neudeutung auch gelungen sei. Der Rezensent gibt Schmids Angebot so wieder: "Wenn die Kriegspartei losschlagen wollte, so aus Furcht. Furcht aber, so Bismarck, kenne 'der Deutsche' nicht - also brauche er nicht loszuschlagen."
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