Ein klassisches Kolleg über den großen Krieg der Jahre 1914-18, den Krieg, der die Weichen des 20. Jahrhunderts verhängnisvoll gestellt hat - Salewskis neues Buch, ursprünglich als Vorlesung konzipiert, stellt sich nachdenklich und differenziert den Fragen zu einer europäischen Katastrophe.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2003
Ein Verriss ohne Wenn und Aber: Fritz Klein lässt kein Haar an diesem Buch ungekrümmt. Oder fast: Einige "anregende Gedanken und wissenswerte Mitteilungen, etwa zur Seekriegsführung" hat er dann doch darin gefunden. Ansonsten nichts als Fehler, Ungereimtheiten, "törichte" Vergleiche und "vielfach unscharfes, in sich häufig widersprüchliches Räsonnement". Das Literaturverzeichnis sei "schludrig zusammengestoppelt" und bereits der Titel des Werkes falsch; es gehe nämlich gar nicht um den Ersten Weltkrieg, sondern lediglich - "auch dies höchst lückenhaft" - um die deutsche Politik und Kriegsführung. Vor allem aber: "Es ist ein schwer verständlicher Rückschritt gegenüber Haupttendenzen der jüngeren Weltkriegsforschung." Klein wirft dem Autor Michael Salewski nicht weniger als wissenschaftliches Totalversagen vor: Weder halte er sich an die erforderliche Gründlichkeit, noch habe er etwas von Relevanz beizusteuern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Beifällig, wenn auch mit manchem Einwand, nimmt Hew Strachan die Darstellung Michael Salewskis zur Kenntnis und geht besonders auf dessen Konstrukt eines deutschen "kurzen Jahrhunderts" von 1870 bis 1945 ein: der erste Weltkrieg als Mittelstück historischen Klammer, die von Napoleon zu Hitler reicht. Der Blick nach vorn, etwa wenn Salewski einen Zusammenhang zwischen Verdun und dem Einmarsch in die Sowjetunion 1941 konstruiere, "riecht nach rückwärts gewandter Prophetie", meint Strachan. Salewski konzentriere sich auf die Herausarbeitung der Ursachen des Krieges und sei eher weniger an einer Militärgeschichte interessiert - die Darstellung der Kriegsführung gelinge ihm so weniger gut als die Entwirrung der politischen Lage im Kaiserreich und in Europa. Strachan würdigt den "lockeren Ton" des Buches, der aber nicht darüber hinwegtäuschen könne, dass hier nach wie vor "Geschichte von oben nach unten" geschrieben werde - "die persönlichen Erlebnisse der Frontsoldaten oder der Fabrikarbeiter" kommen nicht vor. "Trotz allem" resümiert Strachan, "ist dies wohl die leserfreundlichste einbändige Darstellung der deutschen Beteiligung am Ersten Weltkrieg, die es derzeit gibt."
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…