Die fünf Poetikvorlesungen von Michael Lentz legen den Bodensatz der Zwangsneurose frei, die wir Literatur nennen. Sie widmen sich Fragen des poetologischen Untergrunds, auf dem die Literatur sich bewegt. Ihr rhetorisches Ordnungsgefüge, so Lentz, verdeckt nur den Abgrund, über den sie uns führt. Wo findet sich in dieser Ordnung die Angst, fragt Lentz, wo entsteht Zauber in der Rhetorik? Was hält uns, wenn wir in den Abgrund blicken?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2014
Literaturtheoretische Pflichtlektüre hat Michael Braun zu annoncieren. Die Frankfurter Poetikvorlesungen des Dichters Michael Lentz sind dem Rezensenten berückendes Zeugnis des frühromantischen Ideals von der synergetischen Verbindung von Literatur und Literaturtheorie. Und es funktioniert! Braun findet es höchst lehrreich, den entlang der klassischen Rhetorikkategorien entwickelten Ausführungen des Autors über die Entstehung von Dichtung zu folgen. Exzellent für Braun auch: Lentzens Interpretationen von Texten Jandls, Mons oder Pastiors. Allein letztere macht den Band für Braun zu einem Lektüre-Muss.
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