Bernhard Schlink

Gedanken über das Schreiben

Heidelberger Poetikvorlesungen
Cover: Gedanken über das Schreiben
Diogenes Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783257067835
Gebunden, 96 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

In seinen Poetikvorlesungen "Gedanken über das Schreiben", im Sommer 2010 in Heidelberg gehalten, nimmt Bernhard Schlink die Hörer mit auf die Suche nach den Regeln, die sein Schreiben über die Vergangenheit, über die Liebe und über die Heimat leiten. Er gibt Antworten auf kritische Fragen, die er sich stellt und die ihm gestellt werden. Ist Literatur der Wahrheit verpflichtet? Gibt es besondere Verpflichtungen für Literatur über den Holocaust? Müssen Protagonisten, die monströse Verbrechen begehen, als Monster dargestellt werden? Liebt ein Autor die Figuren, über die er schreibt? Was bedeutet Heimat beim und fürs Schreiben? Wie kommt ein Autor zu seinen Geschichten, und wann weiß er, ob sie tragen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2011

Alexander Kosenina sagt es sehr höflich, aber so richtig aufschlussreich und interessant findet er dieses Buch nicht. Auch führe der Untertitel etwas in die Irre, beziehungsweise hat Schlink bei seinen Poetikvorlesungen ein wenig das Thema verfehlt. Als Analytiker der Literatur und des eigenen Schreibens nämlich mag er sich selbst nicht begreifen und bleibt so, erklärt Kosenina, eher dem Anekdotischen verhaftet. Andeutungsweise spannend wird es da, so der Rezensent, wo Schlink auf den Vorwurf der Holocaust-Verharmlosung durch seinen "Vorleser" eingeht - und sich dagegen unter Verweis auf Filme wie Roberto Benignis "Das Leben ist schön" verwahrt. Insgesamt also scheint der Band Kosenina eher essayhaft und fürs breitere Publikum gedacht. Etwas, das im Ernst den Namen Poetike verdiente, werde aber kaum gestreift.

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