Noch in der späten Zarenzeit entwickelte sich Russland dank des Aufbaus einer modernen Erdölindustrie im Kaukasus zu einem der weltweit führenden Ölproduzenten und hat diese Stellung in der Sowjetzeit noch ausgebaut. Die Industrialisierung und der Aufstieg des Landes zur Weltmacht waren wesentlich mit der Fähigkeit des Landes verbunden, sein enormes Ressourcenpotential zu nutzen. Energie und Macht spielen auch heute zusammen. Das Putin-Regime nährt sich aus den Milliarden-Renditen, die aus dem Verkauf von Öl, Gas und anderen fossilen Energieträgern erzielt werden. Dabei verlief die Entwicklung der russischen Energiewirtschaft in den letzten einhundert Jahren parallel zu einer immer engeren energetischen Verflechtung mit der Welt, und insbesondere mit Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt für russische Rohstoffe. Dieses Buch zeigt auf, dass das Denken über Energie die Dynamik der Ost-West-Beziehungen weit stärker beeinflusst hat, als die bisherige Forschung dies vermuten lässt. Es war im Bereich des Handels mit Öl und Gas, wo sogar zur Zeit des Kalten Krieges und über den Eisernen Vorhang hinweg Zusammenarbeit möglich war. Die Energiegeschichte und die Geschichte des Aussenhandels treten in den gängigen Darstellungen zur russischen Geschichte höchstens als Nebenschauplätze in Erscheinung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2022
Rezensentin Othmara Glas erfährt im Buch des Osteuropahistorikers Jeronim Perovic, was es mit der Rohstoffmacht Russlands auf sich hat und inwieweit die russische Energiepolitik der letzten Dekade die Ost-West-Beziehungen geprägt hat. Anhand des Projekts "North Star" oder der Ölpreiskrise von 1973 zeigt der Autor laut Glas, wie sich die Abhängigkeit Europas von russischer Energie entwickelte. Dass Russland ebenso abhängig von seinen Gas- und Ölexporten ist, macht das Buch auch deutlich, so Glas.
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