Michael Jürgs

Der Tag danach

Vom Verlust der Macht und dem Ende einer Liebe, vom schnellen Tod und von einem neuen Leben
Cover: Der Tag danach
C. Bertelsmann Verlag, München 2005
ISBN 9783570008294
Gebunden, 368 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Sie sind dem Tod entkommen, sie stürzten durch historische Umwälzung oder politische Intrige, sie verloren Macht oder einen geliebten Menschen, sie fanden über Nacht ihr Glück, und danach begann ein neues Leben. Am »Tag danach« ist nichts gewesen, wie es am Tag zuvor noch war. Michael Jürgs erkundet am Beispiel biografischer Brüche von Prominenten wie von Normalbürgern Gefühle und Gedanken nach einer lebensverändernden Erfahrung. Namen wie Rudolf Scharping, Rainer Barzel, Gabriele Henkel, Thomas Haffa, Ron Sommer, Katrin Krabbe, Björn Engholm, Joachim Gauck, Lothar de Maiziere, Frank Elstner stehen für viele - insgesamt werden es 35 verschiedene Menschen sein -, an deren Beispiel der Autor den Tag danach erzählt. Die Zeit muss vergehen, bevor über solche Zeiten geredet werden kann. Wie lebt es sich mit dem neuen nach dem abrupten Ende des alten Lebens? Ein Buch, das die Gefühle nach entscheidenden Momenten im Leben hinterfragt und dabei unsentimental bleibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005

Mit diesen 33 "Schicksalsstorys" nach Art der Boulevardblätter von Michael Jürgs wird der "Schicksalssüchtige üppig bedient", konstatiert Georg Klein abgestoßen. Er macht auf ein interessantes Paradoxon aufmerksam, das die "Basis des Schicksalsgenres" ausmacht: zwar wird der Tod als der "große Gleichmacher" vorgestellt, der eben auch vor Prominenten nicht Halt macht, andererseits liegt gerade in der Prominenz seiner Opfer oder der Angehörigen der Reiz für die Leser. Ansonsten müsse die "Liebe", die immer wieder "gnadenlos effektiv" eingesetzt wird, oder auch drohender "Machtverlust" herhalten, um Spannung und schicksalsträchtige Stimmung zu erzeugen, wobei offenkundig besonders letzterer den Autor ganz besonders "fasziniert". Ohnehin problematisch findet der insgesamt wenig begeisterte Rezensent den Versuch, die Veränderung eines ganzen Lebens an einem einzigen Tag festzumachen und er findet, dass dies Jürgs, wenn er von seinem eigenen Schicksalstag erzählt, "besonders auffällig misslingt". Nur wenn Jürgs am Ende seines Buches seinem verstorbenen Vater "ein paar Buchseiten Zuneigung" nachträgt, liest Klein zu seiner eigenen Überraschung tatsächlich einige "unverbrauchte" Sätze, auf die man aber beim Rest des Buches vergeblich hoffe, wie der Rezensent klarstellt.

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