Michael Grüttner

Biografisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik

Synchron Wissenschaftsverlag, Heidelberg 2004
ISBN 9783935025683
Gebunden, 215 Seiten, 34,80 EUR

Klappentext

Mit diesem Buch werden Kurzbiografien aller Personen vorgelegt, die zwischen 1933 und 1945 Leitungspositionen in der deutschen Wissenschaftspolitik innegehabt haben. Die etwa 570 Kurzbiographien sollen nicht nur helfen, sich im polykratischen Dschungel nationalsozialistischer Wissenschaftspolitik besser zurechtzufinden, sondern bieten darüber hinaus die Möglichkeit, ein präzises Profil, der im Wissenschaftsbereich tätigen NS-Aktivisten zu erstellen. Außerdem liefern sie Material, um eine Reihe von Fragen empirisch fundiert diskutieren zu können- zum Beispiel das Problem personeller Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Übergang von der Weimarer Republik zum Dritten Reich und vom Dritten Reich zur Bundesrepublik oder zur DDR.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.09.2004

Dieses biografische Lexikon des Berliner Historikers Michael Grüttner zu 570 wissenschaftspolitischen Karrieren im Nationalsozialismus zeige nicht nur deutlich, dass Hitlers wohl machtlos geblieben wäre, wenn er nicht die Unterstützung der bürgerlichen Eliten Deutschlands gefunden hätte, lobt Dagmer Pöpping. Es erweise sich auch als "äußerst nützlich" für alle, die genaueres über einzelne Akademiker und ihr Engagement im Nationalsozialismus erfahren wollten. Und nicht zuletzt würden Grüttners knappe, aber "nahezu lückenlosen" Lebensskizzen zum "gruppenbiografischen Vergleich" einladen. So hat die Rezensentin hier etwa gelernt, dass der Anteil von Medizinern innerhalb der wissenschaftlichen Führungselite des "Dritten Reichs" auffällig hoch war. Und nicht nur die abenteuerlichen NS-Karrieren mancher evangelischer Theologen - die mit dem Eintritt Hitlers in die Weltgeschichte "das Christentum für erledigt hielten" und aus der Kirche austraten - zeigten für Pöpping eindrucksvoll, dass sich "politische Religion und Karrierehunger" bei den akademischen NS-Karrieristen in den allermeisten Fällen nicht voneinander trennen lassen.