Michael Cunningham

Ein Tag im April

Roman
Cover: Ein Tag im April
Luchterhand Literaturverlag, München 2025
ISBN 9783630877624
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné. Über Kämpfe und Grenzen des modernen Familienlebens. Vom Autor des Bestsellers "Die Stunden/The Hours". "Schlichtweg atemberaubend." Ocean Vuong5. April 2019: Dan und Isabel leben mit ihren beiden Kindern in Brooklyn. Doch die Fassade des häuslichen Glücks bekommt erste Risse. Während Violet, fünf Jahre alt, die wachsende Kluft zwischen ihren Eltern auszublenden versucht, unternimmt der zehnjährige Nathan seine ersten unsicheren Schritte in Richtung Unabhängigkeit. Und dann ist da noch Robbie, Isabels Bruder, der aus dem Dachgeschoss ausziehen soll. Und dessen Weggang die Familie auseinanderzureißen droht. 5. April 2020: Als die Welt im Lockdown ist, fühlt sich das Haus in Brooklyn eher wie ein Gefängnis an. Isabel und Dan umkreisen sich misstrauisch. Robbie ist derweil auf Island gestrandet, allein in einer Holzhütte, mit nichts als seinen Gedanken - und seinem geheimen Instagram-Leben - als Gesellschaft.5. April 2021: Die Familie hat das Schlimmste der Krise überstanden und kommt zusammen, um sich mit einer neuen, ganz anderen Realität auseinanderzusetzen - mit dem, was sie gelernt und was sie verloren haben. Und wie es weitergehen könnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.09.2025

Rezensentin Sylvia Staude hebt hervor, wie Michael Cunningham in seinem neuen Roman drei April-Tage - 2019, 2020, 2021 - als leisen Spiegel einer Zeit des Umbruchs erzählt. Figuren wie Isabel, Dan, ihre Kinder und der schwule Bruder Robbie bewegen sich durch Alltag, Pandemie, Ängste und Sehnsucht, erfahren. Ein "kleiner, großer Roman" sei das, der von Liebe und Abnutzung, von Nähe und Einsamkeit handle, ohne je laut zu werden, staunt die Kritikerin. Cunningham schreibe "still-intensiv", oft im Schwebezustand zwischen Figurenblick und auktorialem Erzähler. Mitnichten banal findet Staude das, im Gegenteil erkennt sie ihre eigenen Erfahrungen aus der Covid-Zeit hier wieder. Am Ende bleibe eine Botschaft, die alle betrifft: "besser aufpassen". 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 24.06.2025

Rezensentin Sigrid Löffler schätzt die Menschenkenntnis von Michael Cunningham, die der amerikanische Schriftsteller auch in seinem neuen Roman unter Beweis stellt. Erzählt wird die Geschichte einer Familie, die die Pandemie mehr schlecht als recht übersteht: In einer Wohnung in Brooklyn verharren Vater Dan, erfolglioser Rock 'n' Roller, Mutter Isabel, die als Fotoredakteurin die Familie durchbringt, die beiden Kinder sowie Isabels schwuler Bruder Robbie, der Mittelpunkt der brüchigen Familienkonstellation, resümiert Löffler. Wie Cunningham die verschiedenen Spielarten der Liebe von Familienliebe über Geschwisterliebe bis hin zu queerer Liebe auslotet, realistisch, klug und ohne Illusionen, gefällt Löffler ausgesprochen gut.

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