Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. London, 2020: Während sich die Erzählerin durch den Lockdown schreibt, kriselt ihre Ehe mit Jason und zu ihrem zehnjährigen Sohn Xander dringt sie kaum noch durch. Jason flüchtet sich in Arbeit, Xander in Videospiele. Was der Erzählerin bleibt, ist die Welt der Weissagung: Sie beschäftigt sich mit Orakeln aus der Antike, Tarotkarten und dem Lesen von Teeblättern. Aber je weiter sie in die Zukunft blickt, desto mehr übersieht sie, was ihr in ihrem eigenen Leben bevorsteht: Manchmal verlieren wir alle Gewissheiten - und mit ihnen die Menschen, die uns nahestehen. Clare Pollards Debüt ist eine herzzerreißend nahbare, blitzgescheite und komische Momentaufnahme einer brüchigen Zeit und das Porträt einer Frau, die mit allen Mitteln darum kämpfen muss, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.02.2023
Meike Feßmann wird gut und "klug" unterhalten mit Clare Pollards Debütroman, der in England im ersten Jahr der Pandemie angesiedelt ist. Ein formidables "Spektakel" bietet die Autorin der Kritikerin zu Folge, wenn sie ihre Ich-Erzählerin - ein Alter-Ego der Autorin - vom Chaos und den Problemen berichten lässt, die das Virus über ihre Kleinfamilie bringt. Angesichts der herrschenden Unsicherheit greift die Erzählerin auf spirituelle Hilfsmittel, nämlich alle erdenklichen Formen der Weissagung, zurück und versucht, den ohnehin von Krankheiten geplanten Sohn zu Spaziergang statt Gaming zu überreden, resümiert Feßmann. Pollard erzählt davon nicht nur mit viel Humor und "oszillierendem Furor", freut sich die Kritikerin. Die Autorin besitzt auch das dramaturgische Talent mit subtilen Mitteln große emotionale Wirkung auszulösen, staunt Feßmann. Ihr eindeutiges Fazit: Ein wunderbar "verspieltes Stück Pandemieprosa."
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