Michael Chabon

Moonglow

Roman
Cover: Moonglow
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2018
ISBN 9783462050745
Gebunden, 496 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Andrea Fischer. Ein alter Mann auf dem Sterbebett beichtet seinem Enkel die unglaubliche Geschichte seines Lebens. In diesem Roman erzählt Michael Chabon die unglaublichen Abenteuer seines unkonventionellen Großvaters, der einst Wernher von Braun in Deutschland jagte und ein in vielerlei Hinsicht leidenschaftliches Leben führte. Während in Deutschland die Mauer fällt, sitzt Michael am Bett seines Großvaters, der in der letzten Woche seines Lebens plötzlich gesprächig geworden ist. Der Enkel erfährt, wie der Großvater einmal seinen Chef fast mit einer Telefonschnur erdrosselt hätte, warum er eine Brücke in Washington in die Luft sprengen wollte, wie er in Deutschland den verhassten Wernher von Braun jagte, warum von Braun und er dieselbe Leidenschaft teilten und wie er nach dem Tod seiner Frau eine neue Vertraute fand.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2018

Tilman Urbach ist begeistert von Michael Chabons Roman. Die Geschichte von Chabons jüdischen Großeltern findet Urbach hinreißend erzählt, gleich, ob es sich nun um Autobiografisches handelt oder um Fiktion, die der Autor laut Rezensent mit allerhand Fußnoten und historischen Fakten zur exemplarischen Geschichte ausbaut. Ein Großvater als Sonderermittler auf der Jagd nach Wernher von Braun, eine Großmutter, die den Holocaust überlebt, und eine Handlung, die zwischen den Zeiten und zwischen Amerika und Europa hin- und herspringt, lassen Urbach nicht los. Die Dialoglastigkeit einzelner Passagen und die ein oder andere Länge im Text mag er verkraften.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2018

Tobias Döring ist begeistert von Michael Chabons Familienroman. Die Geschichte einer jüdischen Familie über mehrere Generationen, Zeiten und Orte, hindurch und vorbei an Weltkrieg, Holocaust und Mondlandung, erzählt vom Enkel, den Döring gar nicht mit dem Autor identifizieren muss, um glücklich zu werden, hat den Rezensenten fasziniert. Geschichtsprall, wortgewaltig, anrührend und komisch findet er gerade die Unentschiedenheit der geschilderten Abenteuer zwischen Fakt, Fiktion und Anverwandlung historischer Begebenheiten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.03.2018

Rezensent Martin Oehlen mag einfach alles an diesem Buch: Den Autor, das Konzept, die Story, die Themen, die Figuren und last but not least die Sprache Chabons, die er "saftig und dicht" nennt und von der er sich vielleicht sogar eine Scheibe abgeschnitten hat - für seine Besprechung dieses Buches. Chabon lässt darin sein Alter Ego aufschreiben, was dessen Großvater ihm auf dem Sterbebett erzählt und das ist so allerlei: von Liebe, von Sex, von Zorn, Mord, vom Gefängnis, von der psychischen Krankheit seiner Tochter - der Mutter des Erzählers - und von seiner großen Passion, der Raumfahrt. Gespickt wird seine Erzählung von zahlreichen Anmerkungen in den Fußnoten, lesen wir. Diese verstärken den historisch-dokumentarischen Charakter des Buches, der jedoch immer wieder gebrochen wird durch Elemente, die eindeutig der Fantasie des Autors entsprungen sind, erklärt Oehlen. Ein wundervolles Buch, versichert er.
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