Au dem Amerikanischen von Andrea Fischer. Der 89-jährige Sherlock Holmes, von dem die Dorfbewohner nur ahnen, dass er einst ein berühmter Detektiv war, wohnt zurückgezogen in der englischen Provinz, wo er sich der Bienenzucht widmet. Doch sein beschauliches Leben wird gestört, als Linus Steinman im Dorf auftaucht, neun Jahre alt und stumm, der mit seinem einzigen Begleiter, einem Graupapagei, Hitlerdeutschland entkommen konnte. Doch welche Bedeutung haben die Zahlen, die der Papagei aufsagt? Sind sie eine geheime SS-Chiffre? Oder der Code zu einem Schweizer Bankkonto? Eine Hommage an den klassischen Kriminalroman von Pulitzer-Preisträger Michael Chabon.
Die Rezensentin Katharina Granzin ihren Spaß an dieser "intertextuell verspielten Hommage" auf den großen Sherlock Holmes. Ihr gefällt, dass die Geschichte einerseits eine erfrischende Respektlosigkeit ausstrahlt, weil sie dem berühmten Protagonisten letzte Geheimnisse nimmt und ihn als alten Mann präsentiert: "Genüsslich, fast schadenfroh, führt er den körperlichen Verfall des Alten vor, der auch dessen geistige Fähigkeiten in Mitleidenschaft zieht." Andererseits bringt der Autor immer wieder die eine oder andere Verbeugung vor dem Meisterdetektiv und seinem Erfinder unter. Und für die Leser, die sich für dieses ganze Sir Doylesche Referenzsystem nicht interessieren, ist der Roman immer noch eine "brillant geschriebene Detektivgeschichte".
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