Michael Baumann

Die parlamentarische Sprache in der Ratsberichterstattung

Voten, Protokolle, Presseberichte: Ein Vergleich zwischen dem Zürcher Kantonsrat und dem Landtag von Baden-Württemberg
Cover: Die parlamentarische Sprache in der Ratsberichterstattung
Peter Lang Verlag, Bern - Berlin 2002
ISBN 9783906766560
Broschiert, 212 Seiten, 35,30 EUR

Klappentext

Parlamentssitzungen werden für den Ratsgebrauch protokolliert und finden Eingang in den redaktionellen Teil von Zeitungen. Die erstellten Protokolle und abgefassten Ratsberichte in der Presse entsprechen jedoch nicht immer den Aussagen der Politiker. In der vorliegenden Studie vergleicht der Autor Sitzungen des Zürcher Kantonsrats und des Landtags von Baden-Württemberg und zeigt auf, wie und warum Voten beim Verschriftlichungsprozess verändert werden. Dabei werden verschiedene Arten inhaltlicher, syntaktischer und stilistischer Eingriffe behandelt sowie die Rolle und Macht der Presse in der Auswahl und Gewichtung der Voten dargestellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2002

In seiner sprachwissenschaftlichen Dissertation geht Michael Baumann der Frage nach, ob und wie stark Sprache und Inhalte von mündlichen parlamentarischen Äußerungen durch Verschriftlichung in den offiziellen Protokollen und der Presseberichterstattung eine Veränderung erfahren, und stellt dafür einen Vergleich zwischen dem Zürcher Kantonsrat und dem baden-württembergischen Landtag an. Der Rezensent Leonardt Neidhart scheint an Baumanns Abhandlung Gefallen gefunden zu haben, jedenfalls hält er dessen Fragestellung für "originell", beschränkt sich aber im weiteren darauf, einige Ergebnisse von Baumanns Arbeit zu referieren, die ihm "überraschend" vorkommen. So wird der geneigte Leser vom Rezensenten in breiter Ausführlichkeit unter anderem darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich der Kanton Zürich ein wesentlich größeres Parlament leistet als das achtmal größere Bundesland Baden-Württemberg, dass in Stuttgart die Politiker öfter in den Dialekt abgleiten (und zu schwäbeln beginnen) als die Volksvertreter in Zürich oder dass die Protokollanten in Stuttgart Fremdwörter auffallend häufig durch deutsche Synonyme ersetzten während man diese Art der Wörterersetzung in der Schweiz nicht findet. Wenn das keine weltbewegenden Erkenntnisse sind!
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