Die von Micha Brumlik vorgelegten Aufsätze sind der Problemstellung gewidmet, wie sich Eingriffe in das Leben von Menschen - oftmals ohne ihr Wissen oder sogar gegen ihren Willen - unter Berufung auf ihr eigenes Interesse und Wohlergehen begründen und rechtfertigen lassen. Diese Frage der Begründung und Rechtfertigung stellt sich insbesondere auch für eine Pädagogik, die sich als normative Wissenschaft versteht. Im Bewusstsein der Gefahr, dass normative Vorgaben als Instrumente der Wahrung und Sicherung von Herrschaftsinteressen eingesetzt werden können, vertritt Brumlik den Standpunkt, dass Pädagogik ein "normativ zu betreibendes Unternehmen" ist, das ohne wertende Begriffe und Ziele nicht auskommt, betont jedoch die Wichtigkeit einer kritischen Prüfung und rationalen Begründung dieser Vorgaben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2004
Ein "Plädoyer für eine sich ihrer Normativität bewussten Erziehung" sieht der "mim." zeichnende Rezensent in dieser Neuauflage von Micha Brumliks erstmals vor elf Jahren erschienener "Advokatorischen Ethik". Die nicht erst seit PISA spürbare Renaissance der Pädagogik verleiht dem Werk nach Ansicht des Rezensenten Aktualität. "Erziehung", so zitiert er den Erziehungswissenschafter Brumlik, "ist nicht nur ein unumgehbares anthropologisches Faktum, sondern eine moralische Pflicht, die die jeweils älteren Generationen den nachrückenden schulden." Der Autor lote zunächst die Möglichkeiten einer "pädagogischen Ethik" aus, befasse sich dann systematisch mit der advokatorischen, der Diskurs- und Mitleidsethik sowie mit der Frage der Menschenwürde. In einem dritten Teil widme er sich dem Problem einer "ethischen Berufswissenschaft", um schließlich das Verhältnis von Bildung und Moral zu thematisieren.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…