Micha Brumlik

Advokatorische Ethik

Zur Legitimation pädagogischer Eingriffe
Cover: Advokatorische Ethik
Philo Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783825703462
Kartoniert, 304 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Die von Micha Brumlik vorgelegten Aufsätze sind der Problemstellung gewidmet, wie sich Eingriffe in das Leben von Menschen - oftmals ohne ihr Wissen oder sogar gegen ihren Willen - unter Berufung auf ihr eigenes Interesse und Wohlergehen begründen und rechtfertigen lassen. Diese Frage der Begründung und Rechtfertigung stellt sich insbesondere auch für eine Pädagogik, die sich als normative Wissenschaft versteht. Im Bewusstsein der Gefahr, dass normative Vorgaben als Instrumente der Wahrung und Sicherung von Herrschaftsinteressen eingesetzt werden können, vertritt Brumlik den Standpunkt, dass Pädagogik ein "normativ zu betreibendes Unternehmen" ist, das ohne wertende Begriffe und Ziele nicht auskommt, betont jedoch die Wichtigkeit einer kritischen Prüfung und rationalen Begründung dieser Vorgaben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2004

Ein "Plädoyer für eine sich ihrer Normativität bewussten Erziehung" sieht der "mim." zeichnende Rezensent in dieser Neuauflage von Micha Brumliks erstmals vor elf Jahren erschienener "Advokatorischen Ethik". Die nicht erst seit PISA spürbare Renaissance der Pädagogik verleiht dem Werk nach Ansicht des Rezensenten Aktualität. "Erziehung", so zitiert er den Erziehungswissenschafter Brumlik, "ist nicht nur ein unumgehbares anthropologisches Faktum, sondern eine moralische Pflicht, die die jeweils älteren Generationen den nachrückenden schulden." Der Autor lote zunächst die Möglichkeiten einer "pädagogischen Ethik" aus, befasse sich dann systematisch mit der advokatorischen, der Diskurs- und Mitleidsethik sowie mit der Frage der Menschenwürde. In einem dritten Teil widme er sich dem Problem einer "ethischen Berufswissenschaft", um schließlich das Verhältnis von Bildung und Moral zu thematisieren.

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