Aus dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner. Arcanjo, der letzte Sohn einer berühmten Großwildjägerdynastie, macht sich auf in ein mosambikanisches Dorf, das von menschenfressenden Löwen heimgesucht wird. Er wird begleitet von einem plappernden Möchtegern-Schriftsteller, der im Auftrag eines internationalen Erdölkonzerns, welcher seine Investitionen in der Region bedroht sieht, eine Reportage schreiben soll. Nach und nach entdeckt Arcanjo die dunklen Geheimnisse der Dorfgemeinschaft: Die Frauen sind Opfer brutaler Rituale, unter ihnen Mariamar, Arcanjos einstige Geliebte. Sein eigenes Leben in der fernen Hauptstadt liegt in Trümmern. Er liebt Luzilia, die Frau seines Bruders, der nach einer Schreckenstat verrückt geworden zu sein scheint. Eines Nachts wird das Dorf erneut von Löwen angegriffen - und Arcanjo erfährt, dass um ihn herum nichts so ist, wie er es sich vorgestellt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2015
Schwere Kost nennt Uwe Stolzmann Mia Coutos neuen Roman und meint damit vor allem Coutos Verzicht auf eine realistische Erzählweise und seine Neigung, als weißer Autor aus Mosambik wie ein "Schwarzer" zu schreiben, Traum und Realität vermischend, Diesseits und Jenseits. Dass der Autor auch seinen Figuren wenig Kontur verleihen muss und die Story verästelt anlegt, leuchtet Stolzmann allerdings nicht ein. Seinem Thema, dem Bürgerkrieg in Mosambik und den Folgen, tut er damit laut Rezensent keinen allzu großen Gefallen.
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