Mely Kiyak

Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an

Roman
Cover: Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an
Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN 9783446279469
Gebunden, 224 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Was bleibt, wenn einem der Vater durch die Finger rieselt? Herr Kiyak, ein fabelhafter Geschichtenerzähler, bekommt Krebs und will sterben. Aber er hat eine Tochter - und was für eine: Sie macht sein Schicksal zu ihrem und lässt ihn nicht ziehen. Immerhin hat man nur einen Vater. Mely Kiyak erzählt von einer Zeit, in der es um alles geht. Von Herrn Kiyaks Überlebenskampf in Berlin und seinen Cowboystorys aus Bingöl. Von unendlichem Schabernack und großem Kummer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.02.2024

Rezensentin Sonja Zekri findet beeindruckend und schön, wie Mely Kiyak in ihrem Roman Lachen und Traurigkeit nebeneinander existieren, ja sogar "harmonieren", lässt. Es geht um eine erwachsene Tochter und ihren an Lungenkrebs erkrankten Vater, ursprünglich als kurdischer Gastarbeiter nach Deutschland gekommen, dessen nahender Tod die Tochter in eine Krise stürzt. In Geschichten aus seinem Heimatdorf, in denen es viel um Tod und Trauer, aber auch um erfüllte Leben geht, versucht der Vater der Tochter zu helfen. Wie Kiyak dabei mit "untrüglichem" Gespür für Rhythmus und Dialoge Erzähllandschaften aufbaue, um sie, wie Wellen brechen zu lassen, imponiert der Kritikerin. Dass die Autorin sich gegen eine zu autobiografische Lesart wehrt, erfährt Zekri aus einem persönlichen Interview mit Kiyak; sie selbst scheint aber wichtig zu finden, dass Autorin und Figur den gleichen Namen tragen und dass Kiyak zudem selbst lange schwerkrank war. Ein Buch, in dem ein großes Wissen über das Leben im Angesicht seines Endes steckt, das aber dennoch nicht "resignativ", sondern ermutigend wirke, lobt die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.02.2024

Bewegt zeigt sich Rezensentin Shirin Sojitrawalla von diesem Roman von Mely Kiyak, der ein besonderes Verhältnis zwischen einer Tochter und ihrem krebskranken Vater in den Blick nimmt. Am Krankenbett erzählen sie sich Geschichten, der Vater berichtet vom Aufwachsen einer kurdisch-alevitischen Familie in der Türkei, von seinem Militärdienst und zeigt so die Unterschiede, die zwischen ihm und seinem Kind bestehen. Sojitrawalla hätte sich gewünscht, dass die sprachlichen Eigenwilligkeiten des Vaters nicht nur angedeutet, sondern auch in den Roman übernommen werden, der freche Witz der Erzählerin über deutsche Krankenhäuser und das deutsche Verhältnis zu Migranten machen das aber wett, schließt sie.

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