Melvin Burgess

Doing It

(Ab 14 Jahre)
Cover: Doing It
Carlsen Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783551581310
Gebunden, 384 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel. Was ihr schon immer über Sex wissen wolltet: Ben und Alison tun es nicht mehr. Jonathon und Deborah tun es endlich. Dino und Jackie werden es vielleicht nie tun. So einfach ist das. Ist es das? Was denkt er, was fühlt sie? Was fühlt er, was denkt sie? Sechs Jugendliche im Wirrwarr der Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse - Doing It.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004

Ein Jugendbuch, das Sex-Anfänger-Probleme in ihrer ganzen unromantischen Nacktheit zeigt, ist ein Wagnis, doch laut Roswitha Budeus-Budde hat es sich gelohnt. Melvin Burgess erzählt von drei Jungen "auf der Suche nach dem Mädchen, das mit ihnen Sex machen will, und der Angst davor, dass es wirklich passieren könnte", und das tut er der Rezensentin zufolge mit einer ungewöhnlich realistischen Sprachgestaltung - ein besonderes Lob geht an den Übersetzer, der "auch für die intimsten Szenen eine coole treffende Ausdrucksweise findet". Jugendliche sind den Peinlichkeiten und Ängsten schutzlos ausgeliefert, und genauso stelle das Buch sie dar - auch für Eltern (denen es im Buch mit der Sexualität nicht viel anders geht als ihren Kindern) sei das eine interessante Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.11.2004

Wer ein Jugendbuch schreibt, muss "den Ton der Jugendlichen treffen", findet Rezensent Konrad Heidkamp. Dass dies nicht so einfach ist, weiß er seit der Lektüre von Melvin Burgess neuem Werk, das die Geschichte dreier pubertierender Jungen erzählt, die alle nur eines wollen - und auch kriegen, wie der Kritiker verrät. Der Plot sei dabei "wenig originell" und auch der Erkenntnis, dass Sex und Liebe "in den verblüffendsten Kombinationen" gelebt werden können, fügt der "Schlüssellochblick" des Autors allzu wenig hinzu, findet Heidkamp. Einen strengen Blick wirft der Kritiker auch auf das "ästhetische Verhältnis von Mittel zu Zweck", das dieses Werk prägt, und kommt zu dem Ergebnis, dass die Bilder von der gleichen Qualität wie der Stoff sind. Und so ist es für den Kritiker auch keine "Form von Prüderie", dieses Buch "schlecht zu finden".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.10.2004

Dieser Roman lässt die Rezensentin Angelika Ohland reichlich erstaunt, aber eigentlich sehr angetan zurück. Ein bisschen befremdlich findet sie wohl, welch prominente Rolle Sex in diesem Jugendroman spielt, weswegen sie ihm "einen gewissen pornografischen Reiz" nicht absprechen kann. Doch gleichzeitig ist ihrer Meinung nach erstaunlich, was der Autor Melvin Burgess thematisch noch alles in dem Buch unterbringen kann. Letzten Endes geht es in dem Buch nämlich dann doch um die inneren Werte. Das ist Ohlands Meinung nach auch das "Bemerkenswerteste" an dem Buch - "dass der Sex nicht in die Zivilisationszwinge genommen wird und da trotzdem noch was anderes Platz hat, das über den puren Trieb hinausgeht". Dass das so funktioniert, liegt nach Meinung der Rezensentin vor allem an Burgess gelungenem Plot und seinem schriftstellerischen Fähigkeiten: "Vor allem seine Perspektivwechsel sind von bewundernswert schnörkelloser Eleganz. So kann man die Pubertätsnervensägen in Ruhe betrachten und gleichzeitig ihre inneren Stimmen hören."
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