Im ganzen Land findet man sie, in guten und weniger guten Kreisen, und niemand regt sich mehr über sie auf: Patchwork-Familien. Patchwork ist Flickwerk, das klingt nett und harmlos. Aber taugt es als Muster für unser Leben, unsere Gesellschaft und die Ehe? Melanie Mühl sieht in Patchwork-Familien das Resultat einer weit verbreiteten Lebenshaltung, die Festlegungen scheut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2011
Viel Diskussionsstoff findet Johan Schloemann in Melanie Mühls Streitschrift "Die Patchwork-Lüge". Deren Kritik an Schönfärberei von Trennungen und Scheidungen als Standardlösung für Enttäuschte sowie an der Idealisierung von Patchwork-Familien kann er durchaus etwas abgewinnen. In vielen Punkten kann er der Autorin zustimmen. Das Buch zeichnet sich für ihn auch dadurch aus, dass es sich keinen Gegner auf der Meta-Ebene wie den "Feminismus" oder die "Achtundsechziger" aussucht, sondern die Bindungsunfähigen "direkt moralisch" angeht. Im Blick auf Mühls Ausführungen der hohen Zahl von Trennungen allerdings bedarf es nach Ansicht von Schloemann genauerer Analysen als der von der Autorin "mit gutem Willen zusammengerührte Kulturkritik".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…