Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich. Wie gern wäre Padre Pietro als Buchprüfer in Rom geblieben! Doch den Weisungen seiner Kirche verpflichtet, steht er plötzlich als Seelsorger im Kenianischen Dorf Kambi. Vor einer baufälligen Kirche und den HInterlassenschaften seines Vorgängers, der mit einer Barfrau, dem Dienstwagen und der letzten Kollekte getürmt ist. Auf den Unglücklichen warten eine Gemeinde aus drei alten Witwen und ein zum Erliegen gekommenes Bewässerungsprojekt, das er zu einem guten Ende führen soll. Mit nichts als guten Worten, denn auch das Projektgeld ist verschwunden. Dass es nicht nur dem Priester am Nötigsten fehlt, wird auf dem Markt von Kambi schnell klar. Weihnachten steht vor der Tür und alle halten den Blick vergeblich auf die Straße gerichtet, über die der Bierlaster das geliebte Tusker zum Fest bringen soll. Das traditionelle mehrtägige Besäufnis der Männer von Kambi ist ernsthaft in Gefahr, wie kann der Priester in dieser Lage Aufmerksamkeit für sein Anliegen erwarten?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2017
Tusker ist ein Bier, dass seit 1922 in Kenya gebraut wird, und Weihnachten ohne Tusker kommt gar nicht infrage, erklärt Almut Seiler-Dietrich. In Meja Mwangis "Warten auf Tusker" nutzt der importierte katholische Priester Pietro den akuten Biermangel um mit Messwein mehr Menschen in die Kirche zu locken, während andere versuchen, endlich eine Wasserleitung zu verlegen, fasst die Rezensentin zusammen. Mwangi fährt in seinem Roman sämtliche Klischees auf, überspitzt sie ein wenig, und lässt Seiler-Dietrich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf dieses "komödiantische Panorama mit ernstem Hintergrund" blicken.
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