Peter Gay, gebürtiger Berliner, ist Historiker und Professor an der Yale University. In Deutschland hat er sich u. a. mit einer Freud-Biographie und seiner Autobiographie einen Namen gemacht: "Meine deutsche Frage. Jugend in Berlin" erhielt 1999 den Geschwister-Scholl-Preis. Mozart ist Peter Gays große Leidenschaft, seine Biographie über den Komponisten ist gleichermaßen Lebensbeschreibung wie Meditation über den Geist der Musik und das Phänomen der Genialität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2001
Die Mozartbiografie scheint Rezensentin Franziska Meier ein Schuss in den Ofen und "mehr als entbehrlich". Zum einen, weil die Geschichte vom Wunderkind eh jeder kennt, auch die vom "echten" Amadeus, jener tollen Puderperücke à la Milos Forman, zum andern, weil der Autor Peter Gay schlicht vergessen hat, womit dieser Mozart eigentlich seine Brötchen verdiente: "Denn es ist nicht damit getan, die Kompositionen als 'heiter' oder 'depressiv' zu beschreiben und im übrigen die eigene, letztlich unsagbare Begeisterung zu bekennen." Auch der vulgär-psychoanalytische Ansatz des Biografen (Vater erdrückt Sohn) kann die Rezensentin nicht überzeugen.
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