Maya C. Klinger

Wie ein Foto unser Leben rettete

Die wahre Geschichte der Familie Mandil (ab 7 Jahren)
Cover: Wie ein Foto unser Leben rettete
Insel Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783458644934
Gebunden, 120 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Gundula Schiffer. Mit Illustrationen von Isabel Kreitz. Der fünfjährige Gavra Mandil lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Irena in Jugoslawien. Der Vater ist Fotograf und die Geschwister freuen sich immer sehr, wenn sie ihn in seinem Geschäft besuchen dürfen und fotografiert werden. Doch mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs gerät Gavras heile Welt aus den Fugen. Das Land wird von den Nazis besetzt und alle jüdischen Menschen müssen nun einen gelben Stern tragen. Auch Gavra und seine Familie. Als ihnen die Deportation droht, beschließen sie zu fliehen. Der Weg ist gefährlich, doch dank eines ganz besonderen Fotos von Gavra und Irena unterm Weihnachtsbaum kann die Familie entkommen. Lange irren sie umher und finden schließlich Schutz bei einer albanischen Familie, die sie vor den Nazis versteckt und allen das Leben rettet. Eine berührende Geschichte, die ein wenig bekanntes Kapitel der Judenverfolgung für Kinder im Grundschulalter erzählt: die Rettung jüdischer Menschen im mehrheitlich muslimischen Albanien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2025

Über die "unhintergehbare Gastfreundschaft der Albaner", die während des Holocaust Hunderten Juden das Leben gerettet haben, weiß man hierzulande viel zu wenig, konstatiert Rezensentin Eva-Maria Magel, die deshalb umso froher ist, dass Maya Klinger dieses Thema in ihrem neuen Kinderbuch aufgreift. Der Ich-Erzähler ist Gavra Mandil, 1936 in Novi Sad geboren, der in der ersten Klasse ist und in diesem jungen Alter bereits mehrfach seine eigene Identität als Jude verschleiern musste, erfahren wir. Dass seine Familie und er überleben, haben sie einer Fotografie zu verdanken, die die Kinder vor einem Weihnachtsbaum zeigt - später wird Mandil selbst Fotograf, viele der Fotos sind auch in dem Buch zu sehen und machen die Geschichte Magel zufolge nahbarer für junge Leserinnen und Leser. Die Illustrationen von Isabel Kreitz füllen die Lücken dessen, was die Fotos nicht erzählen und ermöglichen, dass das Buch insgesamt zum Nachfragen und -forschen nicht nur über die Familie Mandil, sondern auch über jene, die ihnen geholfen haben, anregt, schließt die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.04.2025

Rezensentin Melanie Longerich gefällt, wie Maya C. Klinger Kindern den Holocaust nahebringt, mit einfachen Worten, unsentimental, aber mit Sinn für die Bedeutung von Freundschaft, Liebe und Herz in schweren Zeiten. Dass Klinger die wahre Fluchtgeschichte der jüdischen Familie Mandil aus Novi Sad aus der Perspektive des fünfjährigen Gavra erzählt, hält Longerich für eine gute Entscheidung. Das Kind versteht nicht alles, spürt aber vieles, erklärt Longerich. Jungen Lesern wird die Geschichte zudem durch Fotos und die "sorgsam komponierten" schwarz-weißen Zeichnungen der Kinderbuch-Illustratorin Isabel Kreitz nahegebracht, erwähnt die Rezensentin.

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