Max Goldt

Die Chefin verzichtet

Cover: Die Chefin verzichtet
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783871347511
Gebunden, 160 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

16 Texte von Max Goldt aus den Jahren 2009 bis 2012: ein Feuerwerk an "emphatisch Nichtnarrativem" (Daniel Kehlmann). Hier werden Fragen erörtert, deren Relevanz nicht jedem von uns bis jetzt klargewesen sein dürfte. "Würden Männer dem Klima nützen, wenn sie anfingen, 'Joghurette' zu essen?" Weshalb sind Empfangstheken internationaler Hotelketten nach wie vor Refugien übergriffiger Jungrezeptionistinnen? Ist Ihnen aufgefallen, dass das Wort "Spießer" neuerdings eine Karriere als "Vokabel fröhlicher Selbstbezichtigung" hingelegt hat, während der Begriff "Kleinbürger" weiterhin "seinen Oomph, sein Aufregungspotential, seinen Wert als Distanzierungsmittel" behalten hat? Und - würden Sie ein T-Shirt mit der Aufschrift "Plagiats-T-Shirt aus Thailand: LIVREPOL - City where the Betales came form" tragen?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.12.2012

Ulrich Baron gibt sich sichtlich Mühe, Max Goldt standesgemäß zu würdigen. Der Rezensent schildert, wie der Autor die Poetik der Talkshow für seine Satire fruchtbar macht. Gespräche im schmerzhaften, aber, wie Baron feststellt, immer auch selbstironischen Ringen um Worte entgleisen zu lassen, scheint ihm Goldts Spezialität zu sein. Mit "fast unbestechlichem Sprachgefühl" spiele Goldt dabei mit Begriffen, etwa wenn er einem Ehepaar einen "stark ausgeprägten Sesshaftigkeitshintergrund" bescheinigt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Für Rezensent Adam Sobczynski ist Max Goldt wahrscheinlich der letzte Autor, der "an der ästhetischen und moralischen Verbesserung" der Menschen arbeitet. Nur leider, so der Kritiker, werde Goldt meist dort als humoristisch missverstanden, wo es ihm durchaus ernst ist. Und so befürchtet der Rezensent, dass auch das neue Werk "Die Chefin verzichtet", das erneut kurze Texte vereint, die sich zwischen Erzählung und Essay bewegen, nicht richtig gedeutet werden wird: Goldts Forderung etwa, dass Jeans-Träger aufgrund ihrer Verwahrlosung schlechter bezahlt werden sollten. Auch in der Überlegung des Autors, statt "Bildung" müsse zunächst erst einmal wieder "Interesse an der nächsten Umgebung" herbeigeführt werden, kann der Kritiker nur wenig Ironie erkennen. Dennoch hofft der Rezensent, dass diese kleine "Anstandsfibel" trotz ihrer humoristischen Tarnung nachhaltige Wirkung zeigt.
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