Friedrich Christian Delius

Warum ich schon immer Recht hatte - und andere Irrtümer

Ein Leitfaden für deutsches Denken
Cover: Warum ich schon immer Recht hatte - und andere Irrtümer
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783871344664
Gebunden, 160 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Von A (wie Achtundsechzig) bis Z (wie Zeiten, gute) führt Friedrich Christian Delius' kleiner lexikalischer Leitfaden. Hier finden sich Antworten auf die drängenden Fragen der Gegenwart: Wo bleibt der Roman zur deutschen Einheit? Sind Steuerzahler Anarchisten? Warum wird Deutschland kleiner? Wem nützt die Literatur? Wie funktioniert der Hitlertest? Warum Preußen? Wer war Helmut Horten? Was ist der Unterschied zwischen dem deutschen und dem italienischen Fußball?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.10.2003

Michael Lützeler zeigt sich sehr angetan von diesem Band, der kurze Beiträge des Autors für verschiedene Zeitungen zusammenfasst. Der Rezensent meint, dass der zeitweilige geografische Abstand, den der zum Teil in Rom lebende Autor zu Deutschland hat, den Texten als Möglichkeit zu einem unverstellten Blick durchaus gutgetan habe. Er schätzt in den Essays, die sich zu verschiedenen Autoren und ihren Werken, zu bundesrepublikanischen Zuständen und globalen Entwicklungen äußern, sowohl den Humor Delius' als auch dessen Sinn für "Paradoxien", die als "diskursive Stolpersteine" in die Texte eingestreut sind. Lützeler findet es insbesondere lobenswert, dass sich der Autor nicht als Angehöriger der intellektuellen "Jammerfraktion" geriert, außerdem stellt er erfreut fest, dass Delius auch jeder "überheblichen Dichter-als-Führer-Ideologie" fern steht. Denn der Autor benennt durchaus Missstände und seine Texte sind reich an "provokantem Elan", aber schon im Titel räumt er auch selbstironisch eigene Irrtümer ein, betont Lützeler eingenommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.02.2003

Ein großes Lob spendet Rolf-Bernhard Essig der Herstellung und Aufmachung des kleinen Bändchens, das in schwarz-rot-goldenem Farbenspiel erschienen ist, mit fließenden und abrupten Übergängen und quer geprägter Schrift. Das ist gewagt und gewonnen, sagt Essig und freut sich, dass er damit der von Delius kritisierten deutschen "Unfähigkeit zu loben" etwas entgegengesetzt hat. Delius, soeben sechzig geworden, hat Artikel aus 35 Jahren gesammelt und in alphabetische Reihenfolge gebracht: das reicht von "Altachtundsechziger" über "Berlusconi" bis "Tschernobyl", skizziert Essig das Unternehmen. Spuren der Tagesaktualität hätte Delius so gut er konnte getilgt, dennoch seien viele Texte - leider - noch immer aktuell. Die neue Anordnung und die zeitliche Differenz zwischen den verschiedenen Beiträgen erzeugen einen gewollten internen Widerspruch, den Essig positiv wertet. Da zeigt ein Autor Flagge, freut er sich, bekennt sich zu seinen Widersprüchen und Irrtümern und wirkt gerade dadurch weder verbissen noch peinlich.
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