Max Aub

Das magische Labyrinth. 6 Bände

Nichts geht mehr. Theater der Hoffnung. Blutiges Spiel. Die Stunde des Verrats. Am Ende der Flucht. Bittere Mandeln.
Eichborn Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783821807386
Gebunden, 3000 Seiten, 149,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Albrecht Buschmann und Stefanie Gerhold.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.06.2003

Mit der Herausgabe des "Magischen Labyrinths" hat sich der Eichborn Verlag nicht nur einer überfälligen Herausforderung angenommen, sondern offensichtlich auch einer Herzensangelegenheit, glaubt Sebastian Handke, so sorgsam findet er die Edition und so gelungen die interpretierende Übersetzung von Albrecht Buschmann und Stefanie Gerhold. Aber genau so hat es Max Aubs sechsbändiges Epos über den Spanischen Bürgerkrieg auch verdient, in dem Handke ebenso ein literarisches Panorama, wie auch das Porträt einer Gesellschaft im Ausnahmezustand erblickt. Zentrales Motiv im Romanzyklus sei der Verrat, schildert Handke, der Konflikt zwischen aufrichtiger Freundschaft und ideologischer Solidarität. Denn das Sterben im Spanischen Bürgerkrieg war "eine Sache der Zivilisten", durch Denunziation und standrechtliche Erschießungen. So werden neben den Schlachtfeldern die Tertulias zum zweiten Kriegsschauplatz, Versammlungen in Cafes, bei denen Kommunisten, Sozialisten, Republikaner und Anarchosyndikalisten ihre ideologischen Reviere abstecken. Aubs distanzierter, niemals engagierter Tonfall, seine schneidende Dialoge tragen dem nicht nur Rechnung, sondern machen das "Magische Labyrinth" auf wundersame Weise zu einem "buchstäblich humanistischen Text".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.05.2003

Vor 100 Jahren wurde ein "Tausendsassa" auf höchsten geistigen, künstlerischen und politischen Ebenen geboren: Max Aub, der "von nirgendwo" kam, doch "fast überall" war und mittat - als Repräsentant der spanischen Republik vor Franco, als Theatermensch, Künstler, Gelehrter und Schriftsteller. Katharina Döbler stellt sein sechsbändiges Mammutwerk über den spanischen Bürgerkrieg vor, an dem Aub bis 1968 dreißig Jahre gearbeitet hatte und das nun endlich vollständig auf deutsch vorliegt: sein Opus magnum, ein "magisches Labyrinth" von Realitäten, Stimmen, Ereignissen, Diskursen, Tonfällen, ausufernd, überaus schwierig und voller Verstöße "gegen die guten Sitten des Erzählens". Aub entwerfe, so Döbler, entlang eines kaum wahrnehmbaren, oft verschwindenden roten Fadens eine fiktionale Chronik, die vom Vorabend des Krieges bis zu jenen Tagen an der Hafenmole von Alicante reicht, wo "die Letzten der Republik auf Gefängnisse, Stadien, provisorische Lager und Massengräber verteilt" wurden; eine Chronik, aber zugleich das gewaltige Werk eines Modernisten "der die Vielfalt der Einfalt vorzog, und für den es Wahrheit nur als Destillat der vielen Möglichkeiten der Realität geben konnte". Die "allerhöchste Anerkennung" der Rezensentin geht an die Übersetzer für die Bewältigung des "Wahnsinnsunternehmens", Aubs Handhabung von Anachronismen, Zitaten, Jargons, Regionalismen und Wortspielen "unauffällig, elegant und mit großer Findigkeit" ins Deutsche übertragen zu haben.
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