Aus dem Spanischen von Christiane Quandt. Ein abgelegenes Dorf in Südspanien: Eine Enkelin und ihre Großmutter leben in einfachsten Verhältnissen im alten Haus der Familie - mit Unbehagen beäugt von den restlichen Dorfbewohnern. Denn sie scheinen in einer unheimlichen Verbindung zu stehen mit dem Haus und den Seelen seiner Verstorbenen. Dann verschwindet der Sohn der mächtigsten Familie des Ortes, unter Aufsicht der Enkelin. Nur ein Zufall? Bald schon fällt der Verdacht auf die beiden Frauen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2024
Einen großartigen feministischen Schauerroman hat Layla Martínez geschrieben, jubelt Rezensentin Sonja Hartl. Zwei Frauen, Enkelin und Großmutter, stehen im Zentrum, sowie ein von beiden bewohntes veritables Höllenhaus,dessen Kleiderschränke Menschen zu verschlucken drohen. Die Erzählung wechselt zwischen den sprachlich und auch was die Positionierung zum eigenen Schicksal angeht unterschiedlichen Perspektiven hin und her, beschreibt Hartl. Die Gewalt, die den Hauptfiguren angetan wird, hat etwas mit der Unterdrückung durch Männer zu tun, erfahren wir, aber auch mit reichen Familien, die die Armen knechten, die Franco-Diktatur spielt ebenfalls eine Rolle. Toll, wie typische Genreelemente wie der böse Blick, die auf die Klassiker der Gothic Novel verweisen, hier in eine feministische Erzählung integriert werden, findet Hartl. Sprachlich ist das alles gleichfalls phänomenal und von Christiane Quandt erstklassig übersetzt, schließt die begeisterte Rezensentin.
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