Maurice Merleau-Ponty

Sinn und Nicht-Sinn

Cover: Sinn und Nicht-Sinn
Wilhelm Fink Verlag, München 2000
ISBN 9783770533794
Kartoniert, 264 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hans-Dieter Gondek.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2000

Dies sei kein Band für Laien, warnt die Rezensentin Nina Diezemann. Trotz nützlicher Anmerkungen des Übersetzers seien viele aktuelle Anspielungen Merleau-Pontys in seinen hier versammelten Texten für Sartres Zeitschrift "Les temps modernes" von 1945 bis 48 nicht mehr zu verstehen. Gleichzeitig aber lobt die Rezensentin die Einfachheit von Merleau-Pontys philosophischer Sprache, die sich immer an den Alltags- und Umgangston anlehne. Auch die thematische Bandbreite - von Kino und Literatur über die Politik bis zur Philosophie - hebt sie hervor, wobei sie Merleau-Pontys existentialistisches Denken als einigende Klammer darstellt. Immer gehe es um eine Philosophie der Freiheit, der Macht und des Sinns im "Nicht-Sinn".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000

Mit vielen ausführlichen Zitaten stellt Clemens Pornschlegel diese 1948 in Paris erstmals erschienene Aufsatzsammlung des französischen Philosophen und Schriftstellers vor. Zwar geht es in diesen Essays oft um Zeitgebundenes, um die Volksfront, den beginnenden Kalten Krieg, mal auch Cezanne, Hegel und das Kino, aber überrascht stellt der Rezensent fest, wie wenig überholt, wie notwendig sogar die Reflexionen des Autors so oder so für uns Heutige sind. "Geduld und Aufmerksamkeit" für den Blick auf "die Menschen in ihrer Zerrissenheit", wie Merleau-Ponty dies einfordert und selbst aufbringt in der unbestechlichen Beschreibung dessen, was ist, hat Pornschlegel wirklich bewegt. Und im Verlauf seiner einfühlsamen Besprechung geht er der Erfahrung der "menschlichen Abenteuer namens Kunst, Wissenschaft, Liebe und Politik" nach, die in den über fünfzig Jahren seit Erscheinen dieser Aufsätze eine alles aufsaugende Vermarktbarkeit erfahren haben. Dennoch entscheidet auch er am Ende der Rezension sich mit Merleau-Ponty für "das Abenteuer des Engagements", das als Zugang zu "einer gewissen Realität" des politischen Lebens gepriesen wird. Nur dadurch wird "das Zwiespältige nicht mehr erlitten, sondern verstanden". Eine tiefe Verbeugung vor einem großen Mann: "Merleau-Ponty hat mit der Inventur der Gegenwart begonnen".
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