Herausgegeben von Regula Guiliani. Ausgehend von der Rätselhaftigkeit des Leibes, der weder den Dingen noch dem Geist zugerechnet werden kann, werden verschiedene Dimensionen der Leiblichkeit wie Empfinden und Wahrnehmen, Spontaneität und Gewohnheit sowie Ausdruck und Sprache des Körpers entfaltet. Der anticartesianische Entwurf läuft auf eine Verflechtung von natürlichem und kulturellem, von eigenem und fremdem Leib hinaus. Am Ende steht der Ausblick auf ein leibliches Responsorium und ein Ethos der Sinne. Die Vorlesungen greifen zurück auf Husserls, Schelers, Plessners und vor allem auf Merleau-Pontys Phänomenologie des Leibes sowie auf Gestalttheorie, Verhaltensforschung, medizinische Anthropologie und Pathologie. Gleichzeitig werden Brücken geschlagen zu neueren neurologischen Forschungen sowie zu Fragen der Körpergeschichte, der Körpertechnik und der Körperpolitik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel „mim“ unterstreicht in seiner Kurzrezension zunächst die Bedeutung Bernhard Waldenfels` insbesondere für die deutschsprachige Phänomenologie. Im vorliegenden Band sind nun, wie der Leser erfährt, vor allem Vorlesungen von 1996/97 zu nachzulesen - im „für Vorlesungen typischen Stil“ zwar, wie „mim“ anmerkt, dennoch lohnt die Lektüre seiner Ansicht nach durchaus. Der Rezensent weist auf die sehr eigenen Ansätze des Autors bei dieser Thematik hin und empfiehlt dieses Buch nicht zuletzt wegen seiner „reichhaltigen Phänomenologie der Leiblichkeit in der Spannung von Welt-, Selbst- und Fremdbezug.“
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