Maurice Merleau-Ponty (1908-61) stand lange Zeit im Schatten von Jean Paul Sartre, mit dem ihn zum einen die Intention verband, die Husserlsche Phänomenologie zu konkretisieren ihr die Dimensionen des Leibes, der Sprache und der Geschichte zu erschließen -, zum an-deren der Wille, die politische Situation nach 1945 zu interpretieren und sich politisch zu engagieren. In der Literatur zu Merleau-Ponty blieben dessen politische Schriften, in denen er sich (zeitweilig) als ein Apologet des Stalinismus präsentierte, bisher weitgehend ausgeklammert. Der Autor hat nicht nur Merleaus Phänomenologie der Inkarnation im Kontext der Philosophie des 20. Jahrhunderts erörtert, sondern als erster die Frage nach dem Verhältnis von philosophischer Intention und politischer Option bei dem bedeutenden französischen Philosophen aufgeworfen und beantwortet. In der vorliegenden Studie wird gezeigt, dass die konkretisierte Phänomenologie und Merleaus Politik einander kontingent blieben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2007
Joseph Hanimann sieht in Wolfgang Fausts Studie zum französischen Phänomenologen Maurice Merleau-Pontys einen Zwiespalt am Wirken, der ihm die Lektüre etwas verleidet. Das Buch ist aus einer Dissertation hervorgegangen, die den Zusammenhang zwischen Philosophie und Politik im Werk des Philosophen untersucht, erklärt der Rezensent. Auch im daraus hervorgegangenen Buch wird dieser Aspekt gründlich untersucht, interessiert nach Dafürhalten des Rezensenten aber nur wenige Fachleute. Daneben sei die Studie aber eine "Fundgrube" zu einem wichtigen geistesgeschichtlichen Abschnitt des letzten Jahrhunderts, so Hanimann durchaus angetan. Während das Buch also zu seiner Freude Zusammenhänge und Verknüpfungen der phänomenologischen Theorie offen legt, krankt es im Ganzen dennoch an seiner Entstehung als Dissertation, indem es allzu detailreich das verhinderte politische Engagement des Philosophen untersucht, beklagt sich der Rezensent.
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