Matthias Stickler (Hg.)

Porträts zur Geschichte des deutschen Widerstands

Cover: Porträts zur Geschichte des deutschen Widerstands
Marie Leidorf Verlag, Rahden 2005
ISBN 9783896468383
Gebunden, 277 Seiten, 61,80 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Wolfgang Altgeld, Karlheinz Dietz, Helmut Flachenecker, Franz Fuchs, Dirk Götschmann, Wolfgang Neugebauer und Rainer Schmidt. Der mit einem Zitat Philipp Freiherr von Boeselagers überschriebene Sammelband ging aus einer öffentlichen Vorlesungsreihe des Lehrstuhles für Neueste Geschichte der Universität Würzburg 2004-05 zum 60. Jahrestag des Hitlerattentates vom 20. Juli 1944 hervor. Er vereint 14 Beiträge von Historikern und Doktoranden verschiedener Forschungseinrichtungen sowie einen Zeitzeugenvortrag Boeselagers, des letzten überlebenden Mitglieds der Verschwörergruppe um Stauffenberg und Tresckow. Die Aufsätze befassen sich mit Menschen im Widerstand, dem Widerstandsrecht im philosophisch-theologischen Denken des Mittelalters, den bayerischen Innenministern Franz Schweyer und Karl Stützel, Pater Rupert Mayer, kirchlichem Widerstand in der Diözese Würzburg, der Stellung der Katholischen Kirche im Dritten Reich, Moltke und dem Kreisauer Kreis, dem evangelischen Theologen Eugen Gerstenmaier, dem Diplomaten Ulrich von Hassell, Generaloberst Ludwig Beck, Generalfeldmarschall Erwin Rommel, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, den deutschen Generälen und dem Reichskriminaldirektor Arthur Nebe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2006

Als "verdienstvoll" wertet Winfried Heinemann diesen aus einer Ringvorlesung der Universität Würzburg hervorgegangenen Sammelband über den Widerstand gegen Hitler. Er bescheinigt dem Band, ein "klares Zeichen gegen die volkspädagogische Verklärung" zu setzen, die heute gelegentlich an die Stelle solider Wissenschaft trete. Zudem lobt er die Breite des methodischen Ansatzes der Beiträge. Neben Helmut Flacheneckers Artikel über die Grundlegung des Widerstandsrechts im philosophisch-theologischen Denken des Mittelalters hebt er Peter Claus Hartmanns Skizze über die Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus vor 1933 hervor. Weiterhin erwähnt Heinemann eine Reihe von kritischen Beiträgen über die Rolle der katholischen Kirche während der NS-Herrschaft. Wie er betont, zeichnen sich auch diese durch "nüchterne, quellengestützte Analyse" und ihren Verzicht auf "plattes Vor-Urteil" aus. Außerdem bietet der Band nach Ansicht Heinemanns einige Beiträge, die zwar nichts Neues bringen, aber den derzeitigen Forschungsstand zusammenfassen und Kontroversen verständlich machen.