Matthias Politycki lädt mit seinen neuen Gedichten in seine Hamburger Stammkneipe "Meisenfrei" und zu einer Grand Tour, bei der die Kellnerin, der Postbote und die Poesie des Sake, das Alltagsparlando am Tresen und der hohe Ton zu einem unverwechselbaren Sound zusammenfinden. Da steht eine Verkostungsnotiz neben einem formstrengen Sonett, ein klassisches Kalendergedicht neben einem Psalmlied und einem Objet trouvé aus einer rauschenden Nacht. Die Liebe, der Tod und die vermeintlichen Banalitäten des Alltags, die großen Umbrüche der Gegenwart und die mächtigen Aufreger am Tresen, hier sind sie frank und meisenfrei in Form gebracht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.11.2025
Konservative politische Lyrik ist selten, hält Rezensent Björn Hayer fest, bei Matthias Politycki findet man sie: In seinem zehnten Lyrikband teilt er gegen rassismussensible und gendergerechte Sprache aus. "Nie wieder/das D-Wort, das Z.Wort,/das B-Wort, das T-Wort", heißt es, und Hayer ist froh, dass nicht der ganze Band nur aus solchen Gedichten besteht, ihn überzeugt eher die Liebeslyrik, die Politycki vorlegt. Der gesamte Band hätte ihn mehr überzeugt, wenn der nachdenklichen, persönlichen Facette des Autors mehr Platz eingeräumt worden wäre, seinen Gedichten "für den Tag, da du/nicht weiterweißt". Da kommt Politycki zu seiner "wahren Größe", befindet Hayer abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025
Rezensent Thomas Thiel findet Abwechslung in Matthias Polityckis neuen Gedichten aus des Dichters Stammkneipe mit dem titelgebenden Namen. Zu lesen sind Trennungsgedichte und "Vergänglichkeitsreflexionen", Texte über die alternde Mutter und Gesellschaftskritisches. Besonders stark findet Thiel die Gedichte, wenn sie als lyrische Dialoge daherkommen, in fließendem Rhythmus und sinnlich-leichter Sprache, erklärt der Rezensent. Dazwischen begeistern ihn auch Alltagserleuchtungen des Dichters auf Reisen in Kalkutta oder am Starnberger See. Gut, dass Politycki nicht zu anstrengenden Wortspielereien neigt, meint Thiel. Manches hat der Autor allerdings in Leitartikeln schon besser gesagt, findet er.
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