Matthias Fink

Srebrenica. Chronologie eines Völkermords

oder Was geschah mit Mirnes Osmanovic
Cover: Srebrenica. Chronologie eines Völkermords
Hamburger Edition, Hamburg 2015
ISBN 9783868542912
Gebunden, 992 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Anhand von Beweisdokumenten und Zeugenaussagen des Internationalen Strafgerichtshofs erzählt der Autor die Vorgeschichte und den Ablauf des Dramas von Srebrenica, Europas schwerstem Kriegsverbrechen seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Am 11. Juli 1995 eroberte die Armee der bosnischen Serben die ostbosnische Bezirksstadt Srebrenica, Zentrum einer Sicherheitszone der Vereinten Nationen. Armeebefehlshaber General Ratko Mladic erklärte vor laufenden Kameras, er überreiche die Stadt dem serbischen Volk als Geschenk. Zwei Tage später wurde der 14­jährige Mirnes Osmanovic aus dem kleinen Dorf Zgunja im ostbosnischen Bezirk Srebrenica zum letzten Mal lebend gesehen, als bosnisch­serbische Militärs ihn seiner Mutter entrissen und abführten. Das geschah vor den Augen der Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen. 14 Jahre später wurden seine Gebeine in einem Massengrab mit Toten aus Srebrenica entdeckt. Der Name dieser Stadt steht für mehr als 8000 ermordete bosnisch­muslimische Männer und Jugendliche; über 25000 Vertriebene, vor allem Frauen, Kinder und alte Leute; aber auch eine noch immer unbekannte Zahl von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten aus der Armee der bosnischen Serben, die im Juli 1995 zu Kriegsverbrechern wurden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.08.2015

Michael Frank ist es ein Rätsel, wie sich Matthias Fink so viele Jahre mit dem Grauen des Massakers von Srebrenica im Sommer 1995 hat befassen können. So schmerzhaft die Lektüre, so gewinnträchtig ist sie auch, versichert Frank. Finks laut Rezensent vor allem dokumentarischer, weniger interpretierender Exkurs über Verfolgung und Vernichtung bringt dem Leser das Schicksal Hilfesuchender heute näher, meint er. Dass der Autor in seiner 1000-seitigen minutiös recherchierten und verfassten Dokumentation der Ereignisse keinen Zweifel an der Schuld der bosnisch-serbischen Partei und am Versagen der UN lässt, aber dennoch die niederländischen UN-Soldaten in Schutz nimmt, ist für Frank Ausweis für eine differenzierte Sicht der Dinge in diesem für den Rezensenten in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Band.
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