Aus dem Englischen von Regina Rawlinson. Unsere schöne moderne Welt ist reich und gesättigt, hoch entwickelt und abgesichert wie nie zuvor, und doch haben wir Ängste und Sehnsüchte sonder Zahl. Genau diesen Widerspruch nimmt Matthew Kneale in seinen neuen Geschichten aufs Korn und erzählt, wie ganz normale Durchschnittsmenschen in aberwitzige, burleske und manchmal gefährliche Situationen geraten. Sie alle wollen nichts Böses - die abenteuerlustige Familie auf Reisen, das Pärchen, das im Park eine Tüte Kokain findet, der Maler, der sich verfolgt fühlt -, und doch geschehen Dinge, die sie so nicht vorhersehen konnten. Mit schwarzem englischen Humor zeigt der preisgekrönte Autor, dass der Mensch vor Fehlern nirgendwo gefeit ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2007
Matthew Kneales zwölf Erzählungen über "Kleine Vergehen in üppigen Zeiten" haben Udo Taubitz keineswegs kalt gelassen. Als ebenso "schmerzhaft" wie "befreiend" empfindet er die Lektüre dieser meist an exotischen Schauplätzen angesiedelten Geschichten, die vom Scheitern und von Fragilität der Moral in Ausnahmesituationen handeln. Thematisch sieht er die Geschichten durch die eurozentrische Selbstherrlichkeit ihrer Protagonisten zusammengehalten, die sich in heiklen Situationen bewähren müssen, wobei sie moralisch kläglich scheitern. Gleichwohl hält er die Texte nicht für Anklageprosa, zeigt der Autor doch Verständnis für seine Figuren. Zwar heiße er ihre "kleinen Vergehen" nicht gut, zeige sie aber als Menschen, die trotz hohem Bildungsgrad und Einkommen Gefangene ihrer selbst seien, verstrickt in Neid, Vorurteilen und Machthunger. Bisweilen findet Taubitz die Geschichten ein wenig "plakativ", immer aber "wunderbar leicht", trotz ihrer "gewichten Botschaften".
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