Das Bild vom Großen Terror ist seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts von den Schauprozessen gegen die alten Bolschewiki und die neuen Eliten der Sowjetunion geprägt. Abseits öffentlicher Aufmerksamkeit wurde jedoch auch zahlenmäßig ein ganz anderer Terror ausgeübt: die geheimen "Massenoperationen" der Jahre 1937-1938. Erst seit Ende der Sowjetunion wurde nach und nach bekannt, dass in diesen Jahren ganze nationale Gruppen und Hunderttausende einfacher, unangepasster Bürger einer bürokratisch organisierten Verfolgung unterlagen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2011
Erhellend scheinen Rezensent Wigbert Benz die Befunde dieses von Rolf Binner, Bernd Bonwetsch und Marc Junge herausgegebenen Bands über Stalins Säuberungen. Den Fokus des Werks sieht er nicht auf den Schauprozessen der dreißiger Jahre, sondern auf der Verfolgung und Verurteilung von rund 800.000 Sowjetbürgern, ehemaligen Kulaken sowie angeblich "sozial schädlichen Elementen". Die Exzesse der Gewalt seien dabei zunehmend zum Selbstzweck geworden. Geradezu verstörend findet Benz in diesem Zusammenhang, dass die lokalen Partei- und NKWD-Führer die Zentrale in Moskau immer wieder um eine Erhöhung der Mordquote ersuchten, um sich bei Stalin beliebt zu machen.
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