Aus dem Englischen von Michael Müller. Im Jahr 2000 veröffentlichte das Clay Institute eine Liste mit sieben Rätseln der Mathematik und setzte ein Preisgeld von jeweils einer Million US-Dollar für deren Lösung aus. Eines dieser berühmten "Millennium-Probleme" war der Beweis der Poincaré-Vermutung, an dem sich die klügsten Köpfe seit fast hundert Jahren die Zähne ausbissen. 2002 wurde der Beweis erbracht von Grigorij Jakowlewitsch "Grischa" Perelman, einem exzentrischen russisch-jüdischen Mathematiker. Es war eine Sensation, die Welt der Mathematik lag ihm zu Füßen, und er bekam das Preisgeld zugesprochen. Aber er lehnte ab, nicht nur das Geld, sondern zunehmend auch die Welt. Heute lebt Grischa Perelman, den manche mit Isaac Newton vergleichen, ohne Festanstellung und völlig zurückgezogen bei seiner Mutter in St. Petersburg. Warum war gerade er in der Lage, das Problem zu lösen und was ist danach mit ihm geschehen? Masha Gessen begibt sich auf Perelmans Spuren, von seinen Anfängen als Wunderkind im Leningrad der 1970er Jahre bis zu seinem Rückzug. Aus Gesprächen mit ehemaligen Mitschülern, Lehrern und Kollegen entsteht nach und nach das Bild eines Mannes, dessen fast übermenschliche gedankliche Strenge ihn zu mathematischen Höchstleistungen befähigt, aber auch immer stärker von der Welt entfremdet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2013
Heinrich Hemme stellt sich die Frage, ob so ein Buch redlich ist. Eine Biografie nur anhand der Aussagen von Lehrern, Kollegen und Wegbegleitern zu erstellen, ohne den quicklebendigen Menschen zu befragen oder um Erlaubnis zu bitten, erscheint Hemme immerhin seltsam. Alledings lässt sich das scheue Mathematikgenie Grigorij Perelman auch nicht in die Karten schauen. Fragen ließe sich auch, warum dann ausgerechnet ein Buch über den Menschen Perelman zu schreiben ist und nicht über seine Passion, die Mathematik? Wenn Masha Gessen Perelmans Lebensgeschichte überdies mit der Ferndiagnose "Asperger Syndrom" krönt, steigt der Rezensent aus.
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