Gerhard Gentzen (1909-1945) ist der Begründer der modernen mathematischen Beweistheorie. Die nachhaltige Bedeutung der von ihm entwickelten Methoden, Regeln und Strukturen zeigt sich heute vor allem in wichtigen Teilgebieten der Informatik, der Verifikation von Programmen. Dabei werden formale Beweise selbst als Programme gedeutet. Die Arbeiten Gentzens über das natürliche Schließen, das Sequenzenkalkül und die Ordinal-Beweistheorie beeindrucken noch heute durch ihre Einsicht und Eleganz. Der Autor dokumentiert die Bedingungen mathematischer Forschung im nationalsozialistischen Deutschland, den Kampf um eine "Deutsche Logik" und deren Protagonisten. Er beschreibt den tragischen Lebensweg von Gentzen, seine Festnahme 1945 in Prag, Gefangenschaft und Tod. Der Band wird ergänzt durch ein Essay von Jan von Plato über Gentzens Beweistheorie und deren Entwicklung bis zur Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2002
Das Problem des Mathematikers Gentzen ist nicht nur eines der höheren Mathematik gewesen, wie wir aus Rudolf Taschners höchst instruktiver Kritik erfahren, sondern auch ein politisches. Wissenschaftlich ging es Gentzen um die Frage, wie man mit mathematischer Sicherheit begründen könne, dass man nie zu einem unsinnigen Ergebnis wie 0=1 gelange. Politisch bestand sei Problem darin, dass sich der Mathematiker zum Spielball des politischen - nationalsozialistischen - Systems machen ließ. Rezensent Taschner sagt Menzer-Trotts Buch eine eher bescheidene Karriere voraus. Anders als die Biografie von John Nash oder Simon Singhs "Fermats letzter Satz" werde "Gentzens Problem" nicht die Bestseller-Listen erobern - dafür sei es zu gut. Menzler gehe einen beschwerlichen Weg, würdigt Taschner, er verzichte auf Schwarzweißmalerei und schildere "kein von geistiges Gipfelstürmen erfülltes, heroisches, sondern ein von Brüchen und Banalitäten durchzogenes deprimierendes Schauspiel".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…