Martina Amann

Wer nicht kämpft, hat schon verloren

Meine Geschichte. (Ab 12 Jahre)
Cover: Wer nicht kämpft, hat schon verloren
Sauerländer Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783794147113
Taschenbuch, 203 Seiten, 10,20 EUR

Klappentext

"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Diese Worte stellt die jugendliche Autorin Martina Amann ihrer dokumentarischen Erzählung voran. Sie sind ihr Lebensmotto und sie haben sich für Martina schon oft bewährt. Im Alter von sieben Jahren erkrankte sie an Leukämie. Sie bekam eine Chemotherapie und konnte erst ein Jahr später in die Schule zurückkehren. Doch die Ruhe war trügerisch, denn mit zwölf Jahren erlitt sie plötzlich eine Rückfallerkrankung. Wieder Chemotherapie und Bestrahlung - Martina wusste mittlerweile genau, was ihr bevorstand. Es sind vor allem diese Jahre nach dem Rückfall, die sie beschreibt: die Aufenthalte im Krankenhaus, die Reaktionen der Familie, Mitschüler und Bekannten, ihre "Strategien" gegen Schmerz und Angst und vor allem, was es heißt, so lange aus einem normalen Teenagerleben ausgeblendet zu sein.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2001

Barbara Korff Schmising bespricht in einer Doppelrezension zwei Bücher von jungen Erwachsenen, die beide über ihre Erlebnisse im Kampf mit einer Krebserkrankung berichten.
1.) Martina Amann: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren" (Aare/Sauerländer)
Die Rezensentin teilt das Buch in drei Abschnitte. Der erste befasst sich mit den Erlebnissen der Sechsjährigen, die erstmals wegen Leukämie behandelt wird, der zweite Abschnitt schildert die Zeit des Rückfalls und der dritte die verzweifelten Versuchen, wieder ins normale Leben zurückzukehren. Während im ersten Teil noch vor allem von der Zuwendung die Rede ist, so ist der zweite, so Korff Schmising, geprägt von "Reflexion", von Einsamkeitsgefühlen, Verzweiflung angesichts des Haarausfalls, aber auch von seltenem Glück und Solidarität der kranken Kinder untereinander. Am Eindrucksvollsten hat die Rezensentin jedoch offenbar den dritten Teil gefunden, als das Mädchen feststellen musste, dass das Leben außerhalb der Klinik ohne sie weitergegangen ist: Ihre Freundin sitzt in der Schule inzwischen neben einem anderen Mädchen und ihre schulischen Leistungen werden kaum anerkannt. Korff Schmising zeigt sich beeindruckt von der Nachdenklichkeit und Glaubwürdigkeit dieser Schilderungen und mag es "allen Kindern ab 12, ob krank oder gesund, an die Hand geben".
2.) Burkhardt Wunderlich: "Durchgekommen" (Alibaba/touchdown)
Anders als Amanns Buch sind die Aufzeichnungen Burkhardts nach Ansicht von Barbara Korff Schmising "Wut-Bekenntnisse, die er in allereinfachster Umgangssprache herausschleudert". Da ist viel von Hass die Rede, so die Rezensentin: Hass auf die Krankheit, die Eltern, die Ärzte, auf sich selbst. Aus Burkhardts Leben jenseits der Krankheit ist nach Korff Schmising nicht viel zu erfahren, auch das Personal der Klinik bleibe ohne Konturen. Doch deutlich werde durchaus das "nie dagewesene Gefühl von Leere und Einsamkeit" des Jungen, der es nicht mal mehr ertragen kann, wenn etwa seine Eltern ihn auch nur ansehen. Hier hat der Verlag auf die "ungeschminkte Nachricht" gesetzt, so die Rezensentin.
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