"Ombra" erzählt die Geschichte einer Wiederkehr aus großer Todesnähe: Im Sommer 2019 wird bei Hanns-Josef Ortheil eine schwere Herzinsuffizienz festgestellt. Die anschließende Operation verläuft nicht ohne Komplikationen, es folgt der lange Aufenthalt in einer Rehaklinik. Das Leben des höchst produktiven Autors, der sich selten schont, steht am Scheideweg - der Körper hat die Herrschaft übernommen und lässt nicht mit sich verhandeln. Doch in das Gefühl der Ohnmacht und Angst hinein kehrt allmählich das Schreiben zurück. Stück für Stück setzt Hanns-Josef Ortheil in seinem wohl persönlichsten Buch aus Wahrnehmungen, Erinnerungen und Reflexionen sein Leben neu zusammen. Wer ist er gewesen vor der Krankheit? Und wer kann er danach einmal sein?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.11.2021
Rezensentin Judith von Sternburg erkennt beim Lesen von Hanns-Josef Ortheils Buch, das die Erfahrungen des Autors nach Herzproblemen in der Reha festhält, wie sehr bei diesem Autor Leben und Schreiben zusammengehören, ja eins sind. Die Obsession des Schreibens verlässt Ortheil nämlich nicht, auch wenn er durch die Krankheit plötzlich ganz Körper ist. Wie Ortheil den Weg zurück ins Leben und Schreiben beschreibt, beschwingt zuweilen - die Gespräche mit der Psychologin, das Wassertreten etc., findet Sternburg faszinierend, weil persönlich, aber zugleich gültig für uns alle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2021
Rezensent Nils Kahlefendt liest Hanns-Josef Ortheils Bericht aus der Reha mit Schmunzeln. Wie der Autor die ärztlich verordnete Zwangspause mit Gehwegfegen, Qigong und Gesprächen mit seiner Psychologin und den geisterhaft auftretenden Eltern meistert, den surrealen Klinikalltag und sich selbst durchaus "slapstickhaft" beschreibt, findet Kahlefendt so komisch wie clever. Am Ende nämlich steht der Autor doch wieder als Herr der Lage da. Ortheil sei's gegönnt, meint der Rezensent.
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