Martin Stadler

Aufräumen

Roman
Uranos Verlag, Schattdorf 2001
ISBN 9783952041475
Gebunden, 186 Seiten, 32,90 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2002

Die Geschichte eines etwas lebensmüden Schweizer Universitätsdozenten, der sich eine Auszeit von der Familie nimmt, um das Ende seines Romans zu korrigieren und in seine Arbeitsmansarde aufzuräumen - diese unspektakulär anmutende Geschichte aus der Feder von Martin Stadler hat die Rezensentin Angela Overath offenbar ziemlich beeindruckt. So sehr, dass sie mit ihrer Rezension vorwiegend auf der Inhaltsebene des Romans "Aufräumen" stecken bleibt. Zwar rühmt sie Stadlers Komposition und Stil als "vielschichtige Präzisionsarbeit", zwar lobt sie die "bewundernswert ökonomische, klare, ja keusche Sprache". Doch belegen kann Overath ihre literaturkritischen Labels nur ansatzweise. Lieber solidarisiert sie sich implizit mit dem von Familie und Leben entfremdeten Protagonisten, der sich als "Vaterlaie", als "Lebenslaie" kasteit. "Das mag sein", nimmt ihn Overath in Schutz, und doch bleibe "es die aufmerksame chronistische Spracharbeit, die festhält, wie erschütternd kostbar all diese unbedachten Tage sind. Den Profis des Lebens bleibt nur der Tod, der alle zu Dilettanten macht", lautet ihr Fazit. Schrieb es, reichte die Zeilen an die Redaktion weiter - und zog sich in die eigene Mansarde zurück?
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