Martin Scholz, Bruce Springsteen

Born to sing

Ein Leben in Gesprächen
Cover: Born to sing
Kampa Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783311140511
Gebunden, 176 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich und Cornelius Reiber. "I'm the president, he's the boss", stellte Barack Obama seinen Freund Bruce Springsteen 2009 in Anspielung auf dessen Spitznamen bei einer öffentlichen Ehrung vor. Tatsächlich hat der Rockmusiker mit so populären Platten wie Born in the USA, das zu einem der meistverkauften Alben der Rockgeschichte gehört, für viele US-Amerikaner eine höhere Autorität als die meisten Politiker. Springsteen, der in einfachsten Verhältnissen in New Jersey aufgewachsen ist, erzählt in seinen Songs die Geschichten der Arbeiter und Benachteiligten, und das auf eine Weise, dass seine Musik identitätsstiftend geworden ist. Wie auf der Bühne, wo er zu den meisten seiner Stücke eine Anekdote zum Besten gibt, gelingt es Springsteen auch in Interviews, seine Gesprächspartner mit Erinnerungen und Reflexionen zu fesseln. Etwa wenn er von seinen legendären Tourneen und Shows erzählt, dem epochalen Konzert 1988 in Ostberlin zum Beispiel, von der zyklischen Zusammenarbeit mit seiner E Street Band und von seinen großen musikalischen Vorbildern: Bob Dylan und den Rolling Stones. Mit großer Offenheit berichtet Springsteen aber auch über Persönliches: seine langjährigen Depressionen, das schwierige Verhältnis zu seinem cholerischen Vater und die Frauen in seinem Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2025

Keine einzige "uninteressante Seite" verspricht Rezensent Jan Wiele Leserinnen und Lesern des Interviewbandes "Born to Sing" - zumindest denen, die ein grundsätzliches Interesse an der folkloristischen Kultur der USA mitbringen. "Born to Sing" ist nicht nur eine Lebensgeschichte erzählt in Interviews aus den Jahren 1975 bis 2016, sondern kann auch als Werkgeschichte Springsteens gelesen werden. So berichtet er darin etwa von seiner musikalischen Prägung, nennt das Autofahren die "Grundmetapher" seiner Musik, spricht über seine Abneigung gegen Musikvideos, die der Rezensent angesichts der narrativen Qualität von Springsteens Texten nachvollziehbar findet, sowie auch über sein Verhältnis zu seinen Fans oder über die Herausforderung, sich von Klischees und Fremdzuschreibungen zu befreien. Ein unterhaltsames, wie aufschlussreiches Buch über das Leben, Werk und Selbstverständnis des Künstlers, lobt der Rezensent.

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