Bob Dylan

Lyrics 1962-2001

Cover: Lyrics 1962-2001
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783455015911
Gebunden, 1152 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Sämtliche Songtexte. Englisch-Deutsch. Aus dem Amerikanischen von Gisbert Haefs. Mit Fotos. In diesem prächtig ausgestatteten zweisprachigen Band sind sämtliche Songtexte enthalten, die Bob Dylan zwischen 1962 und 2002 geschrieben hat, ins Deutsche übertragen von dem Schriftsteller und Bob-Dylan-Fan Gisbert Haefs. Bob Dylan hat nicht nur die letzten vierzig Jahre Musikgeschichte wie kaum ein anderer geprägt, sondern ist ebenso einer der großen und einflussreichsten Lyriker unserer Zeit, der mehrmals von Allen Ginsberg offiziell für den Literaturnobelpreis nominiert wurde.
Vierzig Jahre lang - das entspricht rund dreißig Alben mit neuen Songs - hat sich Bob Dylan immer wieder den Moden und Etikettierungen entzogen. Er spielte Folk, als die geistesverwandten Beatniks nur Modern Jazz und Bebop gelten ließen, stieß die Folk-Gemeinde vor den Kopf, als er mit einer Rock'n'Roll-Band auf Tour ging. Er verspottete die Spießer mit "Ballad of a Thin Man", düpierte die Hippies, als er mit dem seinerzeit als reaktionär verschrienen Johnny Cash 1969 auf "Nashville Skyline" im Duett sang, und verblüffte die Fans mit seiner plötzlichen Hinwendung zum Christentum. Bob Dylan, der im London der Swingin' Sixties selbst von Ikonen wie den Beatles und den Rolling Stones wie "ein Gott" (Marianne Faithfull) verehrt wurde, hat alle Erwartungshaltungen schon 1965 treffend kommentiert: "You don't need a weatherman to know which way the wind blows."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2004

Was mag Bob Dylan dazu bewogen haben, fragt Thomas Steinfeld, seine gesammelten Texte auf ein Neues zu veröffentlichen, und zwar ganz ohne Zusätze und Kommentierungen? Auch die deutsche Neuausgabe rechtfertige diesen Schritt eigentlich nicht, so Steinfeld, Gisbert Haefs' Übersetzungen seien auf den Gebrauch ausgerichtete Übertragungen; auf Erläuterungen der vielen Zitate und Anspielungen in Dylans Texten warte man auch hier vergeblich. Wohl auch deshalb, meint der Rezensent, weil der Songschreiber selber dies nicht gewollt habe, Dylan andererseits seine Texte so ernst nehme, dass er sie eigens dokumentiert sehen wolle. Insofern, behauptet Steinfeld, sei dieser Band mit den gesammelten Texten Dylans ein Zwischending zwischen den Genres Lyrik und "lyrics", Songtexte eben. Längst haben Dylans Texte literaturwissenschaftliche Weihen erlangt, weiß Steinfeld und verweist auf verschiedene Veröffentlichungen. Ihm ist beim Lesen der oft hermetisch wirkenden Texte aufgefallen, dass Dylans Surrealismus möglicherweise weniger eine ästhetische Entscheidung gewesen als vielmehr dem Genre der Popmusik geschuldet ist: "Jeder musikalische Augenblick muss für sich wirken", schreibt Steinfeld und stellt fest, Dylans Lyrics im höchsten Maße personalisiert sind.
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