Pollacks Buch "Zeiten der Scham" versammelt Essays und Reportagen eines leidenschaftlichen Kämpfers für Demokratie und offene Gesellschaft. Der Band bietet eine sorgfältige Auswahl von Texten aus den letzten Jahren - packende Reportagen aus osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, Belarus oder der Republik Moldau, aber auch Aufrufe zum Widerstand und bewegende Reden gegen das Vergessen des Holocaust. Immer wieder setzt sich Martin Pollack auch mit der schwierigen Geschichte seiner eigenen Familie auseinander. Und in seinen letzten, bereits von Krankheit gezeichneten Jahren hat er sehr persönliche Beobachtungen aus seinem geliebten burgenländischen Garten, Geschichten von Apfelbäumen, Jahreszeiten und allerlei Getier verfasst, die hier erstmals publiziert werden.
Rezensent Ulrich Rüdenauer zeigt sich tief beeindruckt von Martin Pollacks Sammelband "Zeiten der Scham". Er betont, dass Pollack mit großem Wissen und viel Empathie über Osteuropa und die eigene Familiengeschichte schreibt. Die Texte handeln von vergessenen Orten, historischen Verbrechen und dem Umgang mit Erinnerung, besonders in Ländern wie Österreich, Belarus und der Ukraine. Rüdenauer hebt hervor, wie sensibel Pollack über Opfer spricht und wie ehrlich er eigene familiäre Verstrickungen in den Nationalsozialismus aufarbeitet (der Vater war in der SS, der Großvater auch nach dem Krieg noch überzeugter Nazi). Sehr bereichernd und menschlich, lobt Rüdenauer.
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