Martin Oberpriller

Jungsozialisten

Parteijugend zwischen Anpassung und Opposition
Cover: Jungsozialisten
J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2004
ISBN 9783801203498
Kartoniert, 390 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Martin Oberpriller untersucht die Geschichte des sozialdemokratischen Nachwuchses von seinen Anfängen vor 100 Jahren bis heute. Im Laufe ihrer Geschichte haben die Nachwuchsorganisationen der SPD oft ihr Gesicht verändert. Was vor 100 Jahren in Berlin und Mannheim mit der Gründung der ersten Vereine begann, entwickelte sich noch vor dem Ersten Weltkrieg zu einer mächtigen sozialistischen Jugendbewegung, die allerdings nicht nur von der Obrigkeit, sondern auch von der eigenen Partei mit Argwohn beobachtet wurde. Die Jungsozialisten, die inzwischen einen Bundeskanzler sowie mehrere SPD-Vorsitzende und Minister hervorgebracht haben, waren immer auch Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklungen und Brüche: Der erste linke Juso-Verband in der Weimarer Republik wurde noch vor der "Machtergreifung" der Nazis von der SPD aufgelöst, es folgten Widerstand und Verfolgung im "Dritten Reich", der Neubeginn nach 1945 als reine Schulungs- und Bildungsorganisation, die Unterdrückung sozialdemokratischer Jugendlicher in der DDR, schließlich die Linkswende nach 1968 und Wiederentdeckung des Marxismus in den roten 70er Jahren. Flügelkämpfe und Reibereien mit der Mutterpartei sind aber nur die eine Seite der Juso-Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2005

Mit großem Interesse hat Thomas Eckardt dieses Buch über den SPD-Nachwuchs gelesen, dessen Schwanken "zwischen Anpassung und Opposition" Martin Oberpriller detailliert verfolgt. Dabei scheinen den Rezensenten diejenigen Funktionäre nicht so sehr zu interessieren, die die Jusos nur als Sprungbrett für eine spätere Parteikarriere in der SPD ansahen, spannend findet er vor allem den Teil des Buches, der sich mit den Gräben befasst, die sich am Ende der 60er Jahre zwischen Stamokaplern, Antirevisionisten und Reformsozialisten auftaten. Allerdings scheint der Rezensent dem Autor nicht ganz in seinem Spott für die leidigen "Theoriefindungsdiskussionen" und Personaldebatten zu folgen und, auch dessen Vorliebe für die gemäßigten oder SPD-kompatiblen Funktionäre scheint er nicht zuteilen.
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