Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2004
Recht aufschlussreich findet Rezensent Günther Schulz diese Studie von Beatrix Bouvier, die sich mit der mit der Sozialpolitik der DDR befasst. Neben der Politik der Vollbeschäftigung, der Wohnungsfrage stehen dabei die Lage der Rentnerinnen und Rentner sowie der Frauen- und Familienförderung im Mittelpunkt. Wie Schulz berichtet, legt die Autorin die sozialpolitische Programmatik der SED dar und wertet exemplarisch einige der Eingaben und Beschwerden aus, die DDR-Bürger insgesamt in Millionenzahl an staatliche Stellen richteten. Dabei kann sie nach Einschätzung von Schulz "anschaulich" zeigen, dass die SED-Führung die eigenen sozialpolitischen Ansprüche nicht erfüllen konnte, sondern vielmehr neue Probleme hervorrief. In den 80er Jahren sei immer deutlicher geworden, dass die DDR nicht nur ein Überwachungs- und Polizeistaat war, sondern auch eine Mangelwirtschaft mit verdeckter Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Wohnungsdefizit, Verschwendung von Ressourcen, Mehrfachbelastung der Frauen, sozialer Ungleichheit und Perpetuierung patriarchalischer Strukturen. Abschließend bringt Schulz das Ergebnis von Bouviers Studie auf folgenden Nenner: "Die DDR war nie ein Sozialstaat, weil dieser liberale Grundrechte und freie Artikulation und Organisation der Interessen voraussetzt, sondern eine Versorgungsdiktatur."
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