Martin Greve

Türkei hören

Eine musikalisch illustrierte Reise durch die türkische Kulturgeschichte bis in die Gegenwart
Cover: Türkei hören
Silberfuchs Verlag, Kayhude 2008
ISBN 9783940665010
CD, 24,00 EUR

Klappentext

1 CD mit 80 Minuten Laufzeit. Der Schauspieler Ercan Durmaz erzählt, wie aus der christlichen Hagia Sophia eine muslimische Moschee wurde und in Istanbul die städtisch-islamische Kultur aufblühte, vor allem mit den Palästen und Moscheen des bedeutenden Baumeisters Mimar Sinan, der u. a. unter Sultan Süleyman dem Prächtigen wirkte. Kalligrafie, osmanische Dichtung, Musik und Miniaturmalerei prägten das Reich ebenso wie die westeuropäische Kultur, die im 19. Jahrhundert u. a. mit der Oper Einzug in Istanbul hielt. Mit der Ausrufung einer neuen Republik 1923 definierte sich die Türkei als europäischer Nationalstaat. Dichter wie Nazim Hikmet brachten die westliche Moderne in die türkische Lyrik, Ahmed Adnan Saygun komponierte zeitgenössische Musik. Die Istanbul-Biennale und der Literatur-Nobelpreis für den Schriftsteller Orhan Pamuk zeigen die Türkei heute als Zentrum innovativer und anspruchsvoller Kultur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008

Rezensent Jens Bisky ist sehr angetan von der Idee des Silberfuchs-Verlag, der die Zuhörer zur musikalisch illustrierten Reise durch die Kulturgeschichte verschiedener Länder einlädt. Bisky betont zwar, dass sich die - laut Eigenwerbung - "künstlerisch gestaltete CD-Edition" in "hochwertiger Sonderverpackung" von der Routine des Hörbuchmarkts wohltuend unterscheidet, bemängelt aber, dass sie inhaltlich seinen Erwartungen an einen "wegekundigem Reiseführer" nicht ganz erfüllt. Auch wenn die CD "Türkei hören" laut Bisky eine Vielfalt an Sprechern und Musik präsentiert, hatte er doch den Eindruck, dass die dramaturgische Form und die Zusammenhänge der einzelnen Begebenheiten in der Luft hängen bleiben. Bisky hätte sich gewünscht, dass die türkische Sprache ausführlicher charakterisiert und der gewaltige Sprung aus dem Osmanischen Reich in den Staat Atatürks eingehender dargestellt werden. Zum Schluss kritisiert der Rezensent, dass in dem Hörbuch alles bloß auf Vielfalt, Fortschritt, Verständigung hinausläuft, aber die Konflikte und die Ursachen der Konflikte nicht gar nicht angesprochen werden.
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