Frank Westerman

Ararat

Pilgerreise eines Ungläubigen
Cover: Ararat
Ch. Links Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783861534877
Gebunden, 285 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der Ararat, mit über 5000 Metern höchster Berg in der Türkei, ist Ort eines in vielen Religionen verbreiteten Glaubens: Hier setzte nach dem Ende der gottgewollten Sintflut die Arche Noah auf. Auch Frank Westerman, Autor mehrerer preisgekrönter Bücher, hat dieser Mythos seit seiner Kindheit nicht mehr losgelassen. Ihn interessiert vor allem die Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Schöpfungsglaube. Welche Motive treiben eine wachsende Zahl von Arche-Suchern auf die Gletscherkappe des Ararat? Warum setzt ein Astronaut nach seiner Rückkehr aus dem All alles daran, dort einen Gottesbeweis zu finden? Die Erkundungen und Beobachtungen Westermans verwandeln den Mythos überraschend zu einer perfekten Projektionsfläche für existenzielle gegenwärtige Themen vom Klimawandel bis zum religiösen Fanatismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2009

Um den Text genremäßig einzuordnen, verweist Hans Christoph Buch auf Bruce Chatwin und J.M.G. Le Clezio. Frank Westermann denkt er sich als souverän zwischen Fiction und Non-Fiction nomadisierenden Autor. Das Thema der Sintflut und des Ursprungs und der Überlieferungsgeschichte der Religion erscheint Buch zwar ziemlich hoch gegriffen. Die Umsetzung jedoch, die die Glaubensfrage mit der Biografie des Autors, mit Kindheitserlebnissen und einer Besteigung des Ararat verknüpft, überzeugt ihn. Gründe dafür sind für Buch: Der Verzicht auf effekthascherische Pseudoreligiosität, eine sorgfältige Recherche, größtmögliche Exaktheit und eine unprätentiöse, gleichwohl subjektive Erzählhaltung.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2008

Uwe Stolzmann lobt Frank Westermans Buch über den Berg Ararat im Osten der Türkei als "luziden, vielschichtigen, erfrischenden Essay". Zwar ist er sich wie bei den anderen Büchern des Autors nicht ganz sicher, ob das Werk nun Reportage, Sachbuch oder schöngeistige Literatur ist. Auch entdeckt er in dem Buch "Perlen", von denen er nicht weiß, wo er sie eigentlich hintun soll. Aber das mindert seine Lesefreude nicht. Fesselnder als die Gottsuche des Autors, die ihm ein wenig "vorgeschoben" scheint, sind für ihn die vielen "Fundstücke vom Wegesrand", die das Buch bietet, die Um- und Abwege, die Grenzen, die Westerman auf seiner Route überwindet, die Begegnungen mit Menschen auf dem Berg. Allerdings hätte er sich gewünscht, Westerman hätte etwas mehr Mühe auf den Feinschliff verwendet. Hier und da findet er nämlich Längen und auch einige seichte Stellen. Insgesamt freut er sich dennoch über die "unvergessliche Reise", auf die ihn Westerman mitgenommen hat.
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