Die Maschine ist die große Unbekannte des Denkens. Wen dies sonderbar anmutet, weil man ihr als Metapher überall begegnet, werfe einen Blick auf unser Bild von Gott : Nacheinander wurde er von der Kultur zum Theaterereignis, zum Uhrmacher und schließlich zum Programmierer umgeschult. Worin liegt der philosophische Nerv der Maschine, dieser großen Unbekannten des Denkens ? Ausgehend von der Rätselfrage des 'deus ex machina' wird der Leser in kurzen, prägnanten Abschnitten mit dem 'Denken ohne Denker' konfrontiert. Über die historischen Exkursionen hinaus führt Martin Burckhardt in dieser philosophischen Grundlegung den Leser in die Gegenwart auf den so langsamen wie unweigerlichen Rückzug der Philosophie und der gleichzeitigen Explosion maschineller Intelligenzen hin. Die Maschine ist kein technisches Gadget mehr, sondern längst zur geistigen Größe geworden. Sie ist das Unbewusste der Philosophie, der Gesellschaft überhaupt. Würde der Geist der Maschine freigesetzt, wäre endlich eine nun von allem metaphysischen Ballast befreite, radikal geistesgegenwärtige Philosophie denkbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2018
Der hier rezensierende Maximilian Gilleßen stellt klar, dass es Martin Burckhardt in seinem Buch nicht darum geht, wie die Maschine gedacht werden kann, sondern wie sie das philosophische Denken beeinflusst hat. Die Vorstellung von der Maschine als eine Bedingung der Philosophie erläutert ihm der Autor anhand einer Technikgeschichte, aber vor allem auch als "symbolisches Dispositiv". Burckhardts Wegen in die Antike, ins Mittelalter oder zur Booleschen Logik zu folgen, die den Wunsch nach Überwindung der Welt zugunsten eines ewigen Seins illustrieren sollen, fällt Gillessen nicht immer leicht. Manche Denker wie Leibniz oder Friedrich Kittler findet er im Text nicht oder nicht genügend gewürdigt. Das enzyklopädische Buch aber überzeugt ihn schließlich mit großer Gelehrsamkeit und einer aufklärerischen Pointe.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…