Mathilde Wesendonck, Richard Wagners geliebte Muse, die Frau, die ihn wohl am tiefsten aufgewühlt, die er 'totaler' geliebt hat als jede andere Frau, ist durch die 'Wesendonck-Lieder" unsterblich geworden. Ihre Verehrung für Wagners Werk hat nicht aufgehört - sie wusste auch, was sie ihm bedeutete und ist aus dem Leben eines der Größten im Reich der Musik nicht wegzudenken. Sie hat - entgegeen dem Wunsche Richard Wagners - seine Briefe an sie nicht vernichtet - sie werden in diesem Buch veröffentlicht, zusammen mit den Briefen von und an Johannes Brahms.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2004
In einer Doppelrezension vergleicht Melanie Unseld zwei Biografien über Wagners Frauen, Eva Riegers "Minna und Richard Wagner" (siehe dort) und das vorliegende Buch Martha Schads über Richard Wagner und Mathilde Wesendoncks. Schad Buch schneidet dabei wesentlich schlechter ab: Die Autorin verfalle in eine verschmockte Metaphorik von Wesendonck als "Muse" und "mitschwingende Seele" des großen Mannes - und dies bei einer Frau, die selbst Künstlerin war. Unseld wirft Schad auch eine "ungewöhnlich unkritische" Haltung Schads zu autobiografischen Äußerungen Richard Wagners vor - wie ernst seien wohl die Passagen in Wagners Memoiren über Minna und Mathilde zu nehmen, wenn man bedenkt, dass Wagner sie seiner Nummer 3 - nämlich Cosima - in die Feder diktiert habe, fragt die erboste Rezensentin. Dennoch empfiehlt sie Schads Buch wegen der darin abgedruckten authentischen Briefzeugnisse Mathilde Wesendoncks und Richard Wagners.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 02.10.2002
Ein fieser Verdacht. Christine Lemke-Matwey vermutet, dass Martha Schad eigentlich doch lieber nur ein Buch über Richard Wagner schreiben wollte, denn die Wesendonck bleibt ihrer Meinung nach seltsam blass. Als habe die Autorin von feministischen Forschungen zum Thema 'Der Künstler und seine Muse' nie Kenntnis genommen, wundert sich Lemke-Matwey. Enttäuschend auch, dass die Musikwissenschaftlerin die Frage, ob Wagner und Wesendonck nun mehr als ein platonisches Verhältnis zueinander hatten, unbeantwortet lässt, obwohl sie sich sonst alle Mühe gibt, wie die Rezensentin schreibt, die "vom 'Tristan' legendär gekrönte Liebesaffäre" in wissenschaftliches Licht zu tauchen. Da hätte sich Lemke-Matwey mehr handfestes Interesse am Gegenstand gewünscht.
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