Marta Kijowska

Der letzte Gerechte. Andrzej Szczypiorski

Eine Biografie
Cover: Der letzte Gerechte. Andrzej Szczypiorski
Aufbau Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783351025601
Gebunden, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

In Deutschland galt er als ungemein erfolgreich, ein charismatischer Stargast der Medien, in Polen war er bis zu seinem Tode umstritten. Diese Biographie erhellt die Hintergründe dafür. Vieles von dem, was Szczypiorski ebenso Feinde wie Bewunderer einbrachte, erklärt sich aus der europäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts. Dessen deutsch-jüdisch-polnisches Kapitel hat Szczypiorski, wie kaum ein anderer, selbst durchlebt. Aus diesen Erfahrungen resultiert das, was viele an ihm kritisierten: sein Wandel von einem regimetreuen zum oppositionellen Schriftsteller, seine differenzierte Art, das polnisch-jüdische Verhältnis darzustellen, sein nachsichtiger Umgang mit den Deutschen. Seine persönliche Maxime: Nicht urteilen, sondern verstehen, legten die einen als versöhnlerische Geste aus, die anderen verstanden sie als Brücke.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2003

"Höchst lesenswert" findet Rezensent Ulrich M. Schmid Marta Kijowska Biografie des polnischen Schriftstellers Andrzej Szczypiorskis (1928 bis 2000). Szczypiorski erreichte in den sechziger Jahren durch ein sonntägliches, durchaus regimetreues Radiofeuilleton landesweite Bekanntheit, wandelte sich in den siebziger Jahren zum Oppositionellen, der schließlich in Polen Publikationsverbot erhielt, berichtet Schmid. Mit seinem in Polen geschmähten, in Deutschland gelobten Roman "Die schöne Frau Seidenman" führte Szczypiorski 1988 über ein Jahr die Bestsellerliste an. Schmid hebt hervor, dass Kijowskas Szczypiorski-Biografie weit über eine traditionelle Darstellung von Leben und Werk eines Autors hinausgeht. Im Grunde diene ihr Szczypiorskis Lebensschicksal als Leitfaden für eine Dokumentation der wichtigsten intellektuellen Debatten im Polen der Nachkriegszeit. Den besonderen Wert ihres Buches sieht Schmid darin, dass es einen "kompetenten Einblick in die Verwerfungen der polnischen Kultur" biete, ohne deren Kenntnis auch Szczypiorskis "Schöne Frau Seidenman" ein Buch mit sieben Siegeln bleibe.
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