Marlene Streeruwitz

Yseut

Abenteuerroman in 37 Folgen.
Cover: Yseut
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100025166
Gebunden, 416 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Anstelle einer Autobiografie erzählt Marlene Streeruwitz in 'Yseut.' von der Reise ihrer Heldin nach Italien, die auch eine Reise in die Vergangenheit wird. Yseut ist auf der Suche nach Antworten. Sie will entscheiden, ob sie nach all den schwierigen Erfahrungen und Versuchen mit der Liebe allein weiterleben will oder ob sie es noch einmal wagen soll. In Italien ist aber nichts mehr so, wie sie es vom Sehnsuchtsland der frühen Reisen in Erinnerung hat. Yseut gerät mitten in den mörderischen Kampf um Macht und Ordnung in einer kleinen Region. Eine alte Aristokratin entpuppt sich als Widerstandskämpferin, ein ehemaliger CIA-Agent bringt Yseut in Gefahr, der Polizeipräsident hält sie für eine Anarchistin, und ein charmanter Mafioso will sie verführen. Als Yseut von dem Schlägertrupp einer militanten Separatistenbewegung bedroht wird, greift sie zur Pistole in ihrer Handtasche.Yseut weiß nicht, was hier gespielt wird, aber sie gibt nicht auf und kämpft mutig. Mitten in den Abenteuern erinnert sich Yseut an ihr vergangenes Leben, das sie hierher geführt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

In ihrem neuen Roman stattet Marlene Streeruwitz ihre Protagonistin mit einer Waffe aus, um sie für eine Reise nach Italien zu wappnen. Rezensentin Meredith Haaf kann es ihr nicht verdenken: Auf Schritt und Tritt wird Yseut, eine durchaus interessante Frau von Ende sechzig, von Männern angegangen: einer verlässt sie, einer gesteht ihr seine Liebe, ein paranoider Polizist verfolgt sie, ein Mafiosi will sie verführen. Dann die Erinnerungen: an den trinkenden Vater, den schmierigen Kinderarzt, den schlagenden Akademiker. Angesichts all der Zudringlichkeit wird's der Rezensentin ganz klaustrophisch, zumal Streeruwitz mit ihrer harten Parataxe das Hirn eh auf Hochtouren laufen lasse. Wer dem männlichen Zugriff auf weibliche Emotion so ausgeliefert ist, muss sich natürlich bewaffnen, versteht Haaf einerseits. Andererseits kommt ihr auch in den Sinn, dass sich Frauen, gerade Feministinnen, auch mal mit etwas anderem beschäftigen sollten als nur mit Männern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Rezensentin Katharina Teutsch spürt Ermüdungserscheinungen mit Marlene Streeruwitzs Prosa, auch wenn die Autorin diesmal mit Punkt und Komma erzählt. Aber der neue "panoramatische" Roman geht mit seiner totalen Subjektivität und der schmerzhaft malträtierten Syntax auch als Bilanz durch, meint Teutsch. Der Lebensrückblick einer Italienreisenden, die Bekanntschaft mit einem theatralischen Figurenensemble in der Poebene, ein bisschen 007, ein bisschen Menschenhandel und Konspiration, all das, von Streeruwitz teils in erlebter, teils in wörtlicher Rede erzählt, wie Teutsch berichtet, kommt bei der Leserin abgeklärt an, nicht sentimental und jedenfalls wiederum als "nachvollziehbare Emanzipationsbewegung".
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