Mark R. Cohen

Unter Kreuz und Halbmond

Die Juden im Mittelalter
Cover: Unter Kreuz und Halbmond
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406529047
Gebunden, 224 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christian Wiese. Mark R. Cohen beschreibt in seinem Buch, wie Juden im Mittelalter in islamischen und in christlichen Ländern gelebt haben. Erst durch diese Gegenüberstellung wird deutlich, warum Juden "unter dem Kreuz" ausgegrenzt und verfolgt wurden und warum sie "unter dem Halbmond" so weitgehend in die Gesellschaft integriert waren, dass man von einem "Goldenen Zeitalter" gesprochen hat. Ein Buch, das scheinbare Gewissheiten von einer Überlegenheit der christlichen Kultur, einer dem Islam eigenen Militanz und von der Unmöglichkeit einer Symbiose der Kulturen wohltuend in Frage stellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.02.2006

Ausgiebig und tief habe sich der Autor in mittelalterliche Dokumente versenkt, konstatiert Rezensent Alexander Kluy voller Hochachtung, und damit einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Toleranzdiskussion zwischen den Kulturen geleistet. In seiner vergleichenden Geschichtsstudie zum Leben jüdischer Minderheiten im Mittelalter in der christlichen Welt einerseits und der muslimischen Welt andererseits bestätige Cohen "gründlich und klug" die These, dass Juden im arabisch-islamischen Mittelalter besser und vor allem sicherer gelebt hätten. Beispielsweise seien Heiraten zwischen Muslimen und jüdischen Frauen möglich gewesen, wobei diese ihren jüdischen Glauben grundsätzlich auch weiterhin leben konnten. Cohen, referiert der Rezensent, unterscheide zwischen dem "agrarisch anti-urbanen" und xenophoben christlichen Europa und der überwiegend nomadischen arabischen Kultur, die gleichwohl "städtischen Lebensformen" gegenüber aufgeschlossen war. Marginalisiert wurden Juden auch im arabischen Raum, so der Rezensent, aber eben nicht existentiell bedroht wie zunehmend in der christlichen Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2005

Gustav Seibt mag Mark R. Cohen, diesen "nüchternen Wissenschaftler", der so "gänzlich unverheult" die Situation der Juden unter Christen und Muslimen im Mittelalter schildert. "Erfreulicherweise" erfinde Cohen aus Profilierungssucht das Rad nicht neu und deute "bewährte Erkenntnisse" um, sondern stütze sich auf das Material der Kollegen, die in diesem Buch übrigens "in beeindruckender Fülle" zitiert werden. Cohen erklärt sich die größere Feindschaft von Christen und Juden aus ihrer relativen religiösen Nähe, wohingegen die Juden im arabischen Raum eine zwar untergeordnete, aber "rechtlich stabile" Stellung genossen und bisweilen sogar in herausragende Positionen aufstiegen.
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