Marius Hulpe

Wilde grüne Stadt

oder Im Labyrinth des entwurzelten Lebens. Roman
Cover: Wilde grüne Stadt
DuMont Verlag, Köln 2019
ISBN 9783832183677
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Iran, 1960. Der junge Reza wird vom Schah-Regime als Spion nach Europa verschickt. Studieren soll er, sich ein Leben aufbauen, Wissen sammeln und es in die Heimat transferieren. Über Umwege verschlägt es ihn ins erzreligiöse Westfalen, wo er auf Clara trifft, die in ihrer Heimat fremdelt und gegen die ständige Angst ankämpft, zu enttäuschen. Auch Reza taumelt in der Fremde. In ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung finden sie zueinander, doch die Fliehkräfte ihrer Geschichten torpedieren ein dauerhaftes Miteinander. Daran ändert auch die Geburt ihres Sohnes Niklas nichts, der sich schämt für die überbordende Liberalität seiner Eltern. Als Reza 1979 die Islamische Revolution live im Fernsehen verfolgt, begreift er, dass es kein Zurück gibt. Er kollabiert und gerät in Abhängigkeit - von einer Familie, deren Hoffnungen er selbst stets enttäuscht hat. Marius Hulpe schreibt in seinem Roman darüber, was ein Familienleben heute bedeuten kann, wie Ideologie und Repression, aber auch ein ungerichteter Freiheitsdrang ein Labyrinth ohne Ausweg bilden können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2019

Burkhard Müller langweilt sich nicht mit Marius Hulpes Migrantenroman. Wie der Autor die Abenteuer eines persischen Agronomiespions ab 1960 im westfälischen Soest beschreibt, schelmisch, sprachlich originell und "eigensinnig" in der Handlung, findet Müller lesenswert. Den über 70 Jahre zeitlich wie räumlich hin und herspringenden Kapiteln folgt Müller mit Lust bis in die immer wieder Typisches herausarbeitenden Episoden.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.09.2019

Jürgen Deppe verlässt der Glaube mit Marius Hulpes Roman, in dem eine Soester Kürschnertochter in den späten 50ern mit dem späteren Schah Reza, der als Landwirtschaftsspion in der BRD weilt, ein uneheliches Kind zeugt. Was für Deppe gut ein passabler Schelmenroman hätte werden können, gerät dem Autor laut Rezensent dank blumiger Sprache und Heimatgeschwurbel zur zwar sauber "runtererzählten", aber leider vollkommen unglaubwürdigen klischeebeladenen Wohlfühlgeschichte a la Pilcher.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…